Was ist der Studiengang Sozialökonomie?

Wer Sozialökonomie (oder zu englisch Social Economy *) studiert befindet sich immer wieder in der Situation erklären zu müssen, was genau das eigentlich sein soll.

Die Präambel der Studienordnung der Universität Hamburg für diesen Studiengang liefert eine ausführliche Beschreiung:

Die Sozialökonomie befasst sich mit den sozialen Folgen ökonomischen Handelns und den gesellschaftlichen Einflüssen auf ökonomische Aktivitäten. Dabei werden auf der einzel- und gesamtwirtschaftlichen Ebene die institutionellen, rechtlichen, politischen und kulturellen Einbettungen beim Ressourceneinsatz, bei der Verteilung von Einkommen und der politischen Steuerung ökonomischer Prozesse untersucht.
Charakteristisch für den wissenschaftlichen Ansatz der Sozialökonomie ist die Thematisierung der Wechselwirkungen von Wirtschaft und Gesellschaft durch die Verknüpfung soziologischer, ökonomischer und rechtlicher Fragestellungen sowie Untersuchungsmethoden.
Das Studium der Sozialökonomie soll die Grundlage der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Disziplinen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Rechtswissenschaft vermitteln. Es ist durch die Offenheit der Methoden zur Erklärung der sozialen Wirklichkeit gekennzeichnet und bemüht sich um realitätsnahe Annahmen in der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Theoriebildung.
Die Studierenden sollen verstehen lernen, dass eine interdisziplinäre Vorge-hensweise die Fragestellungen in der sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Forschung verändert und ein besseres Verständnis von Struktur und Entwicklung von Gesellschaft und sozialer Lebensumstände ermöglicht.

Eine etwas einfachere und prägnantere Erklärung ist: Sozialökonomie an der Universität Hamburg ist ein Interdisziplinärer Studiengang. Die vier Einzeldisziplinen, die sich in der Sozialökonomie zu einer Fachrichtung verdichten sind Rechtswissenschaften (Jura), Betriebswirtschaftslehre (BWL), Volkswirtschaftslehre (VWL) und Soziologie.

Innerhalb dieses Studienganges kann sich jeder seinen eigenen Schwerpunkt (in einem der vier Fächer) wählen (nach dem Grundstudium, also i.d.R. zum dritten Semester).

Soweit zur ersten Definition von Sozialökonomie, einen detaillierten Aufbau des Studienganges werde ich demnächst darstellen.

* Edit 5. September: Tatsächlich lautet die offizielle Übersetzung der Universität Hamburg für den Fachbereich Sozialökonomie “Department of Socioeconomics” (Quelle nicht mehr verfügbar. Toten Link entfernt) entsprechend bin ich mit meinem Blog kurzerhand von social-economy.de auf socioeconomics.info/blog umgezogen. Das Root-Verzeichnis habe ich bewusst freigelassen, da könnte ich mir irgendwann ein Wiki oder ähnliches vorstellen.

2 Gedanken zu „Was ist der Studiengang Sozialökonomie?

  1. Giuseppe Navetta sagt:

    Die “ausführliche” Beschreibung trifft den Sachverhalt doch ganz gut…!

  2. Michael Karbacher sagt:

    Ja, die ist wirklich sehr gelungen.

    Aber wenn man sich mal außerhalb eines wissenschaftlichen Kontext bewegt und seinen Mitmenschen erklären möchte, was man studiert ist sie meiner Erfahrung nach wenig hilfreich.

    Die “prägnante Erklärung” ist jedenfalls die, die ich in solchen Fällen bevorzuge.

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