Soziale Konstruktion von Realität – Idee für eine Hausarbeit

In diesem Semester habe ich einen Kurs, in dem es um soziale Konstruktion von Wirklichkeit, genauer um die Autobiografie von Marcel Reich-Ranicki: “Mein Leben”, aus soziologischer Sicht geht.

Ich möchte den Kurs gerne mit einer Hausarbeit abschließen und habe mir einige Gedanken über den möglichen Inhalt gemacht.

Hausarbeiten schreiben sich leichter, wenn einen das Thema interessiert. Foto: KIT-Bibliothek, Lizenz: CC: BY, NC, SA http://www.flickr.com/photos/kit-bibliothek/

Hausarbeiten schreiben sich leichter, wenn einen das Thema interessiert.
Foto: KIT-Bibliothek, Lizenz: CC: BY, NC, SA
http://www.flickr.com/photos/kit-bibliothek/

Eine “richtige” soziologische Forschungsarbeit scheidet aus, das wäre meine erste Hoffnung gewesen.

Die Idee eine Forschungsarbeit, ausgehend vom Buch Marcel Reich-Ranickis durchzuführen finde ich zwar relativ interessant und vor allem eine inspirierende Idee, aber das ist selbst dann unrealistisch, wenn man versuchen würde den Umfang der Arbeit auf ein unwissenschaftliches Maß zu begrenzen.
Jedenfalls wenn ich ernsthaft ein vorzeigbares Ergebnis anstrebe, was ich tue.

Eine Forschungsarbeit scheidet nicht nur aus, weil man eine Diskursanalyse nicht mit nur einer Autobiografie durchführen kann. Schon die Überlegung, welchen Datenkorpus man bilden müsste, könnte eine eigene Forschungsarbeit sein.

Stattdessen könnte meine Hausarbeit aber vielleicht die Zusammenfassung einer begründeten Überlegung zur Anfertigung einer wissenschaftlichen Arbeit sein. Also insbesondere auch beinhalten, welche wissenschaftliche Methode, aus welchen Überlegungen heraus, in Frage kommt.

Die Methode kann dabei nicht ohne ein spezifisches Forschungsinteresse, bzw. eine Forschungsfrage gedacht werden. Mein persönliches Forschungsinteresse in diesem Fall hängt mit meinem Interesse für institutionelle Bildung zusammen und wäre (Arbeitstitel):

Soziologische Analyse des gegenwärtigen Diskurses über die gymnasiale Schulzeit zwischen 1933 bis 1939 aus der Perspektive von deutschen jüdischen Glaubens.

Im Rahmen der Hausarbeit würde ich Überlegungen darüber anstellen wollen, welche unter den vielen Diskursanalysen die Analyse eines Gegenwartsdiskurses erlaubt.
Da das Werk von Marcel Reich-Ranicki kein Geschichtsdokument, sondern zeitgenössische Literatur ist, haben wir es mit einem Artefakt aus einem Gegenwartsdiskurs zu tun.
Das macht einen Unterschied bei der methodischen Herangehensweise.

Außerdem würde ich gerne methodische Überlegungen anstellen wollen, welche Herangehensweise bei der Auswahl der weiteren Artefakte des Datenkorpus zielführend sein könnte.

Dafür plane ich einen Exkurs in die reflexive Grounded Theory Methode nach Franz Breuer. In diesem Teil würde ich unter anderem die Frage aufwerfen wollen, ob für das Theoretical Sampling nicht auch zeitgenössische Filme, Zeitungsartikel, Radiosendungen herangezogen werden müssten um einen ausreichend umfassenden Datenkorpus für die Diskursanalyse generieren zu können.

Soweit meine erste Ideen, die ich gerne meinem Dozenten vorstellen möchte. Mal sehen, welches Feedback ich erhalte und ob theoretische Überlegungen zur Herangehensweise an eine Forschungsarbeit ein geeignetes Thema für eine Hausarbeit sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.