Schwerpunkt im Studiengang Sozialökonomie

Während man im ersten Studienjahr (Grundstudium) sehr interdisziplinär VWL, BWL, Recht und Soziologie studiert, wird es ab dem dritten Semester konkreter und man muss einen Schwerpunkt wählen, in dem man später auch seinen Bachelor absolviert.

Ich selbst habe mir für die Entscheidung, welchen Schwerpunkt ich für mich wählen soll, sehr viel Zeit gelassen, bzw. wusste bis vor kurzem nicht final was ich wählen würde. Tendenziell hätte ich vermutet, dass ich mich auf die Betriebswirtschaft einlasse, da sich in meinem Kopf die Idee eingebrannt hat, dass in diesem Bereich die Berufsaussichten verhältnismäßig gut seien, bzw. dass ich als selbstbewusster Typ gute Chancen hätte als Betriebswirt (sei es in selbstständigem oder abhängigen Arbeitsverhältnis) Karriere zu machen.
Es ist jedoch absehbar, dass diese Wahl für mich zur Qual geworden wäre. Auch wenn ich keine Probleme habe Kostenfunktionen, Bilanzen und Investitionsrechnungen intellektuell nachzuvollziehen und anzuwenden – die Vorstellung mich mit derartigen Dingen langfristig und immer wieder aufs neue zu beschäftigen widert mich an. Interessant wäre an diesem Schwerpunkt allenfalls die weitere Vertiefung in Richtung Wirtschaftsinformatik, da ich hier meine Kompetenzen aus dem Bereich Computer und Internet einbringen könnte. Da es sich allerdings um sehr spezifische, betriebswirtschaftliche, Anforderungen an die Informatik handelt, habe ich darauf ebenfalls wenig Lust. Dieser leichten Abneigung gegenüber spezifischen (vorallem mathematischen) Inhalten ist es geschuldet, wenn die Vertiefungsrichtung Betriebswirtschaftslehre für mich nicht in Frage kommt.

Die Volkswirtschaftslehre ist unter diesem Gesichtspunkt weniger einschüchternd. Die Pflichtveranstaltungen Markttheorie und Makroökonomie würde ich jedenfalls nicht ausschließlich mit mathematischen Modellen, sondern noch stärker mit der Interpretation von Beobachtungen und dem Aufstellen von darauf aufbauenden Argumentationsketten verbinden. Innerhalb des Wahlpflichtmoduls der VWL gibt es weitere inhaltlich interessante Vertiefungsmöglichkeiten, insbesondere Entwicklungstheorie- und politik sowie die Veranstaltungen über Finanzwissenschaft oder Geld und Kredit, die möglicherweise einen tieferen Einblick in den Verschuldungswahn moderner Staaten geben würden. Tatsächlich möchte ich auch gerne im Rahmen des interdisziplinären Grundlagenmoduls mein Studium insbesondere aus diesen Bereichen anreichern. Es gibt jedoch ein anderes Fach, welches mein Interesse zu stark geweckt hat, als dass ich die VWL als Hauptschwerpunkt wählen würde.

Die Rechtswissenschaft meine ich damit allerdings nicht. Es mag zwar naheliegend sein, für mich als ehemaligen Studenten der Rechtswissenschaften in diesem Bereich meinen Schwerpunkt zu setzen und darin viele Kenntnisse einzubringen, die ich mir in fünf Semestern Jura an der LMU München angeeignet habe, dies entspräche jedoch nicht meinen Gründen für den damaligen Studienabbruch.
Meine Interessen, viele meiner Ansichten (und einige Dinge mehr) haben sich im Laufe der Zeit und seit ich im Jahr 2008 mein Studium an der LMU München aufgenommen habe stark verändert.

Inhaltlich stelle ich fest, dass die Beschäftigung mit dem deutschen Zivilrecht und seiner Entstehung zumindest auf allgemeiner Ebene noch eine positive Strahlkraft auf mich auswirken. Überhaupt nicht mehr interessiert bin ich dagegen an einer detaillierten Auseinandersetzung mit einzelnen modernen zivilrechtlichen Rechtsvorschriften, dem komplette Strafrecht und wesentlichen Elementen des öffentlichen Rechts, unter anderem der durch scheinbare qualitative Degenerierung der Bundespolitik verursachten Zunahme undurchdachter, ausufernder Artikel im Grundgesetz.

Soziologie ist also der Schwerpunkt meiner Wahl! Auch im Bereich der Wahlpflichtmodule des zweiten Studienjahres habe ich bereits zwei (von drei zu wählenden) Grundlagenmodulen für mich auserkoren, nämlich Sozialpsychologie und Sozialisationstheorie (I und II).

Ein Arbeitskollege, der bereits ein Studium in diesem Bereich (Sozialpsychologie) erfolgreich absolviert hat, hat mich dankenswerterweise direkt mit Informationen und Namen versorgt, mit denen ich mich näher beschäftigen sollte. Zunächst liste ich hier mal einiges auf, um dann im weiteren Verlauf einzelne Punkte, Bücher, Namen wieder aufzugreifen: Dekonstruktivismus (Jacques Derrida), Poststrukturalismus, Ernst Bloch, Max Horkheimer, Theodor Adorno, Niklas Luhmann.

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