AudioPodcast – Einführung ins Bloggen

Dieses Blog beginnt direkt mit einem (Audio-) Podcast über das Bloggen.

In diesem Podcast habe ich mich mit Simon Nüsseler über fremd- und selbstgehostete Bloglösungen unterhalten, kurz angesprochen was Bloggen überhaupt ist und auch einen möglichen persönlichen Nutzen dargestellt.

Es handelt sich dabei um meinen ersten selbstproduzierten Podcast, dieser ist tatsächlich „from scratch“ entstanden, von der Titelmelodie, über den Inhalt, bis zur Postproduktion habe ich alles zum ersten mal gemacht, dementsprechend ist die Qualität auch noch nicht so berauschend. Erste Ideen, wie man die technischen Voraussetzungen verbessern könnte habe ich bereits.

Das Gespräch haben Simon und ich über Skype geführt, aufgenommen wurde es mit der Software „SkypeCallRecorder“. Für die Postproduktion verwendete ich den MAGIX Music Maker MX und die Jingle am Anfang entstand (bereits vor Jahren) mit dem Tool Garageband für MacOS.

Als nächste Anschaffung zur Erstellung höherwertiger AudioPodcasts steht ein aufzeichnendes Mischpult auf meinem Wunschzettel. Wer Ideen und Anregungen für mich hat, wie ich mit wenig (finanziellem) Aufwand höherwertige Ergebnisse erzielen kann, darf gerne kommentieren, oder mich kontaktieren.

Anhören auf eigene Gefahr.

ePortfolios als Prüfungsleistung – Möglichkeiten und Grenzen

Hier und da habe ich vorsichtig angedeutet, dass bestimmte Formen von ePortfolios ja möglicherweise auch als Prüfungsleistung herangezogen werden könnten, um eine Abkehr vom Bulimielernen zu erreichen und Studierende bei einer nachhaltigeren Form der Auseinandersetzung mit Studieninhalten zu untersützen. Es gibt unterschiedlichste Einsatzszenarien für ePortfolios, wenn ich also im nachfolgenden darstelle, dass sich ePortfolios für diverse Module und Veranstaltungen, entsprechend der genannten Prüfungsordnung, nicht als Klausurersatz eignen, dann ist damit noch nichts darüber gesagt, ob nicht andere Formen der ePortfolioarbeit hervorragend in diese Veranstaltungen integrierbar wären! Ich unterscheide zwischen persönlichen, z.B. studienbegleitenden ePortfolios und ePortfolioklausuren.

Anhand der Prüfungsordnung (in der aktuellen Fassung, gültig seit 2008) für den Fachbereich (FB) Sozialökonomie der Universität Hamburg möchte ich exemplarisch einige Möglichkeiten und Grenzen aufzeigen.

  • Zweck der Prüfungen

§2 Abs.1 Der Prüfungsordnung für den FB Sozialökonomie stellt das Ziel des Studiengangs und den Zweck der Prüfungen klar:

Das Bachelor- und Masterstudium soll den Studentinnen bzw. Studenten die Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln, die erforderlich sind, um politische, soziale, rechtliche und ökonomische Zusammenhänge zu überblicken, übergreifende Probleme zu lösen sowie wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse selbständig anzuwenden. Die Prüfungen sollen feststellen, ob die Studentin bzw. der Student diese Kenntnisse und Fähigkeiten erworben hat, und zwar je nach angestrebtem Grad auf einem unterschiedlichen Niveau bzw. in einer unterschiedlichen Ausrichtung und Spezialisierung.

  • Prüfungsleistungen im ersten Studienjahr

§11 Abs. 4 besagt, dass Prüfungsleistungen des ersten Studienjahres, ohne Benotung, lediglich mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet werden. Das wären theoretisch hervorragende Voraussetzungen um für Veranstaltungen des ersten Studienjahres ePortfolios als Klausurersatz heranzuziehen, wäre da nicht §22, der für jede Veranstaltung entweder den Abschluss durch eine Klausur, oder teilweise durch eine Hausarbeit vorschreibt. Da ePortfolios wohl weder als Klausuren noch als Hausarbeiten zu werten sind, eignen sich ePortfolios meines Erachtens nicht um als Prüfungsleistungen im ersten Studienjahr Sozialökonomie herangezogen zu werden (jedenfalls nicht ohne vorherige Änderung der Prüfungsordnung).

  • Prüfungsleistungen im zweiten und dritten Studienjahr

§23 Abs. 8 legt folgendes fest:

Die Art der Leistungsnachweise bestimmen die Kursleiterinnen bzw. Kursleiter (bezogen auf eine vierstündige Lehrveranstaltung in der Regel
– Klausuren von mindestens 180, höchstens 240 Minuten Dauer, an-sonsten z.B.:
– protokollierte mündliche Prüfungen von 20-30 Minuten Dauer,
– Referate von etwa 15 Minuten Dauer mit einer 10-seitigen Verschriftlichung,
– Referate von etwa 15 Minuten Dauer mit einer mündlichen Prüfung von etwa 15 Minuten Dauer,
– Hausarbeiten in einem Umfang von 10 bis 12 Seiten).
Bei zweistündigen Lehrveranstaltungen halbiert sich die Bearbeitungszeit der Klausuren sowie der Umfang der Verschriftlichung eines Referats. Bei kurs-übergreifenden Arbeiten gemäß Absatz 10 kann der Umfang entsprechend verlängert werden.

Diese Regelungen sollten den Einsatz von ePortfolios als Klausurersatz meines Erachtens ermöglichen. Zunächst ist festzustellen, dass die Art des Leistungsnachweises grundsätzlich den Kursleiterinnen bzw. Kursleitern überlassen ist. Hier stellt sich lediglich noch die Frage, inwieweit denn das Abweichen von den genannten Regelfällen akzeptiert wird.

Doch selbst die genannten Regelfälle bieten Möglichkeiten um durch ePortfolios angereichert zu werden.

Ein Beispiel aus der Praxis liefert die TU Darmstadt. Dort werden teilweise mündliche Prüfungen auf ePortfoliobasis durchgeführt. Wie dies abläuft erklärte Prof. Dr. Regina Bruder im Rahmen eines Vortrages auf dem Fachforum ePortfolio der Goethe-Universität Frankfurt: Projekt dikopost – Digitales Kompetenzportfolio für Studierende.

Damit sind also grundsätzlich Voraussetzungen gegeben, die den Einsatz von ePortfolios als Klausurersatz möglich erscheinen lassen. Eine weitere Kleinigkeit gibt es jedoch noch zu berücksichtigen.

  • Benotung von ePortfolios

Hier wird es etwas haarig. §11 der Prüfungsordnung legt leider fest (mit der in §11 Abs. 4 genannten Ausnahme von Prüfungsleistungen des ersten Studienjahres), dass alle Prüfungsleistungen benotet werden.

Leistungsbeurteilung durch Noten ist grundsätzlich schwierig. Ein Einstieg in dieses Thema lieferte mir ein Podcast der TU Kaiserslautern in dem Prof. Dr. Henning Pätzold über Noten als Ergebnisse von Maßnahmen der Pädagogischen Diagnostik referiert.

Demnach sind für Diagnostik insbesondere drei Kriterien entscheidend: Objektivität, Reliabilität und Validität.

Objektiv ist dabei ein Urteil, wenn dieses unabhängig von der Person vorgenommen wurde, Reliabilität ist gegeben, wenn der Test unabhängig vom Zeitpunkt ist zu dem er erhoben wurde (keine Momentaufnahme) und valide sei er, wenn der Test misst, was er zu messen vorgiebt. Prof. Dr. Henning Pätzold betont dabei, dass Objektivität und Reliabilität der Validität unterzuordnen seien und dass es keine guten Leistungsbeurteilungen gibt, sondern dass das Ziel sein muss, eine möglichst wenig schlechte Lösung zu finden.

Für die Valididät lohnt sich an dieser Stelle erneut ein Blick in die Prüfungsordnung des FB Sozialökonomie, die ja den Zweck der Prüfungen nennt (siehe oben). Die Prüfungen sollen feststellen ob Studierende:

  • politische, soziale, rechtliche und ökonomische Zusammenhänge überblicken
  • übergreifende Probleme lösen
  • wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse selbstständig anwenden

Das sollte sich wohl, je nachdem wie man ePortfolioarbeit integriert und dazu Aufgaben stellt, durchaus in einem ePortfolio feststellen lassen. An der grundsätzlichen Möglichkeit, ePortfolioklausuren valide gestalten zu können, habe ich jedenfalls keinen Zweifel.

Was die Reliabilität angeht, sollten ePortfolioklausuren-prüfungen gegenüber Standardklausuren sogar enorme Vorteile bieten, weil diese ja veranstaltungsbegleitend zu führen sind und demnach keine einmalige Arbeit am Ende des Semesters darstellen.

Was die Objektivität angeht bin ich etwas skeptisch. ePortfolios sehen in der Regel eine sehr individuelle Auseinandersetzung mit den jeweiligen Themen vor, als Prüfungsleistung hätten sie also einen verhältnismäßig hohen persönlichen Charakter, der die Objektivität gefährden könnte.

Für mich persönlich bleibt nur noch die Frage, woran man eine besonders gute ePortfolioklausur festmachen kann, bzw. wie hier sinnvolle Abstufungen zu wählen sind, die die Übersetzung in die von §11 Abs. 2 genannten Noten (von 1 = sehr gut bis 5 = nicht ausreichend) ermöglichen. Wie spiegeln sich beispielsweise durchschnittliche Anforderungen (Note befriedigend) in einer ePortfolioklausur wieder. Wann genügt eine ePortfolioklausur wegen erheblichen Mängeln den Anforderungen nicht mehr?

Möglicherweise kann man das erst anhand der Anforderungen konkreter Lehrveranstaltungen festmachen. Grundsätzlich steht einem Einsatz von ePortfolios als Klausurersatz in meinen Augen nichts grundlegendes entgegen, vermutlich müsste nur jemand damit anfangen.

Edit 17.01.2011: Erste Rückmeldungen die ich auf diesen Beitrag telefonisch und per Email erhalten habe (vielen Dank nochmals!!) haben mir nochmals die Probleme vor Augen geführt, die durch Benotungen von ePortfolios entstehen würden. Eine Frage, die ich noch nicht explizit behandelt habe ist ferner, wie sich ePortfolios als Basis für mündliche Prüfungen, entsprechend des Vorbilds der TU Darmstadt, auf Widerholungsklausuren bzw. Wiederholungsprüfungen auswirken würden.  Wer möchte darf auch gerne die Kommentarfunktion unter diesem Blogbeitrag benutzen um Feedback mitzuteilen.

Ankündigung: OpenAccess und Web-Publishing für Studierende

Im Rahmen des KunterBuntenSeminars, einer Veranstaltungreihe von Studierenden für Studierende, wird es am 12. Januar 2012 um 18.30 Uhr ein Seminar zum Thema „OpenAccess und Web-Publishing für Studierende“ geben. Julian Fietkau, der einen Großteil seiner Inhalte unter einer freien Lizenz veröffentlicht und dementsprechend sicherlich eine Menge zu dem Thema berichten kann ist der Vortragende und Organisator dieser Veranstaltung.

Weitere Informationen kann man diesem Video entnehmen:

Die vorläufige Gliederung (in der man selbst inhaltliche Veränderungen/Vorschläge/etc. einbauen kann) findet sich hier.

Julian hat mich freundlicherweise persönlich auf die Veranstaltung hingewiesen, vielen Dank nochmals dafür!
Wir sehen uns dann am 12. Januar.

Schwerpunkt im Studiengang Sozialökonomie

Während man im ersten Studienjahr (Grundstudium) sehr interdisziplinär VWL, BWL, Recht und Soziologie studiert, wird es ab dem dritten Semester konkreter und man muss einen Schwerpunkt wählen, in dem man später auch seinen Bachelor absolviert.

Ich selbst habe mir für die Entscheidung, welchen Schwerpunkt ich für mich wählen soll, sehr viel Zeit gelassen, bzw. wusste bis vor kurzem nicht final was ich wählen würde. Tendenziell hätte ich vermutet, dass ich mich auf die Betriebswirtschaft einlasse, da sich in meinem Kopf die Idee eingebrannt hat, dass in diesem Bereich die Berufsaussichten verhältnismäßig gut seien, bzw. dass ich als selbstbewusster Typ gute Chancen hätte als Betriebswirt (sei es in selbstständigem oder abhängigen Arbeitsverhältnis) Karriere zu machen.
Es ist jedoch absehbar, dass diese Wahl für mich zur Qual geworden wäre. Auch wenn ich keine Probleme habe Kostenfunktionen, Bilanzen und Investitionsrechnungen intellektuell nachzuvollziehen und anzuwenden – die Vorstellung mich mit derartigen Dingen langfristig und immer wieder aufs neue zu beschäftigen widert mich an. Interessant wäre an diesem Schwerpunkt allenfalls die weitere Vertiefung in Richtung Wirtschaftsinformatik, da ich hier meine Kompetenzen aus dem Bereich Computer und Internet einbringen könnte. Da es sich allerdings um sehr spezifische, betriebswirtschaftliche, Anforderungen an die Informatik handelt, habe ich darauf ebenfalls wenig Lust. Dieser leichten Abneigung gegenüber spezifischen (vorallem mathematischen) Inhalten ist es geschuldet, wenn die Vertiefungsrichtung Betriebswirtschaftslehre für mich nicht in Frage kommt.

Die Volkswirtschaftslehre ist unter diesem Gesichtspunkt weniger einschüchternd. Die Pflichtveranstaltungen Markttheorie und Makroökonomie würde ich jedenfalls nicht ausschließlich mit mathematischen Modellen, sondern noch stärker mit der Interpretation von Beobachtungen und dem Aufstellen von darauf aufbauenden Argumentationsketten verbinden. Innerhalb des Wahlpflichtmoduls der VWL gibt es weitere inhaltlich interessante Vertiefungsmöglichkeiten, insbesondere Entwicklungstheorie- und politik sowie die Veranstaltungen über Finanzwissenschaft oder Geld und Kredit, die möglicherweise einen tieferen Einblick in den Verschuldungswahn moderner Staaten geben würden. Tatsächlich möchte ich auch gerne im Rahmen des interdisziplinären Grundlagenmoduls mein Studium insbesondere aus diesen Bereichen anreichern. Es gibt jedoch ein anderes Fach, welches mein Interesse zu stark geweckt hat, als dass ich die VWL als Hauptschwerpunkt wählen würde.

Die Rechtswissenschaft meine ich damit allerdings nicht. Es mag zwar naheliegend sein, für mich als ehemaligen Studenten der Rechtswissenschaften in diesem Bereich meinen Schwerpunkt zu setzen und darin viele Kenntnisse einzubringen, die ich mir in fünf Semestern Jura an der LMU München angeeignet habe, dies entspräche jedoch nicht meinen Gründen für den damaligen Studienabbruch.
Meine Interessen, viele meiner Ansichten (und einige Dinge mehr) haben sich im Laufe der Zeit und seit ich im Jahr 2008 mein Studium an der LMU München aufgenommen habe stark verändert.

Inhaltlich stelle ich fest, dass die Beschäftigung mit dem deutschen Zivilrecht und seiner Entstehung zumindest auf allgemeiner Ebene noch eine positive Strahlkraft auf mich auswirken. Überhaupt nicht mehr interessiert bin ich dagegen an einer detaillierten Auseinandersetzung mit einzelnen modernen zivilrechtlichen Rechtsvorschriften, dem komplette Strafrecht und wesentlichen Elementen des öffentlichen Rechts, unter anderem der durch scheinbare qualitative Degenerierung der Bundespolitik verursachten Zunahme undurchdachter, ausufernder Artikel im Grundgesetz.

Soziologie ist also der Schwerpunkt meiner Wahl! Auch im Bereich der Wahlpflichtmodule des zweiten Studienjahres habe ich bereits zwei (von drei zu wählenden) Grundlagenmodulen für mich auserkoren, nämlich Sozialpsychologie und Sozialisationstheorie (I und II).

Ein Arbeitskollege, der bereits ein Studium in diesem Bereich (Sozialpsychologie) erfolgreich absolviert hat, hat mich dankenswerterweise direkt mit Informationen und Namen versorgt, mit denen ich mich näher beschäftigen sollte. Zunächst liste ich hier mal einiges auf, um dann im weiteren Verlauf einzelne Punkte, Bücher, Namen wieder aufzugreifen: Dekonstruktivismus (Jacques Derrida), Poststrukturalismus, Ernst Bloch, Max Horkheimer, Theodor Adorno, Niklas Luhmann.

Workshop: Präsentable Präsentationen produzieren

Im Medienzentrum der Fakultät für Erziehungswissenschaften, Psychologie und Bewegungswissenschaften (EPB) der Uni Hamburg finden regelmäßig Workshops statt, an denen sowohl Studierende der Fakultät EPB, als auch Studierende der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WiSo), wie ich es einer bin, teilnehmen können.

Anmelden kann man sich über das life-Portal: life.epb.uni-hamburg.de, aktuelle Infos und Termine werden auch über Twitter bekanntgegeben.

Workshops gibt es unter anderem zu den Themen Digitalfotografie, Videoschnitt, LaTeX und Bildbearbeitung.

Vor kurzem habe ich dort an einem Workshop zum Thema „Präsentable Präsentationen produzieren“, der von Jan Luchterhand durchgeführt wurde, teilgenommen. Der Workshop ging von 10.00 bis 17.00 Uhr (inklusive Mittagspause) und beinhaltete allgemeine Grundlagen guter Präsentationen und anschließend eine konkrete Einführung in Microsoft PowerPoint. Auch wenn ich natürlich schon Präsentationen mit PowerPoint erstellt habe: Die Software ist so komplex und umfangreich, dass für mich viele der vorgestellten Funktionen unbekannt waren, auch ist es immer wieder hilfreich, wesentliche Elemente einer Präsentation vor Augen geführt zu bekommen, daher empfand ich den Workshop insgesamt als sehr hilfreich.

Im Theorieteil ging es um die Fragen: „Wozu (sollten) Computerpräsentationen dienen?“, „Wie setze ich Präsentationen richtig ein?“ und zuletzt, „Was ist bei der Gestaltung zu beachten?“. In Stichpunkten lassen sich u.a. folgende Antworten geben:

  • Präsentationen sollten einen Vortrag unterstützen, indem sie Zuhörer als Leitfaden und Gedankenstütze dienen und durch Visualisierung zur Nachhaltigen Aufnahme des Vortrages beitragen.
  • Bei Vorträgen ist das freie halten, Blickkontakt, Körperhaltung und unterstützende Gestik wichtig.
  • Das Verarbeiten von Informationen benötigt Zeit, dementsprechend sollte man nicht zu schnell vorgehen (als Tipp wurden 90 Sekunden pro Folie genannt).
  • Folien sind kein Manuskript(!)
  • Bei der Gestaltung von Folien gilt: Weniger ist mehr, der Inhalt einer Folie muss gut lesbar sein und schnell aufgenommen werden können (schließlich soll sie ja nicht vom Vortrag ablenken).
  • Optimale Schriftgröße: 32 (Unterste Grenze: 20).
  • Finger weg von PowerPoint Designvorlagen 😉
  • Folienobjekte (Pfeile, etc.) sollten einheitlich, regelmäßig und symmetrisch sein.

Im praktischen Teil haben uns wir dann im Detail mit den Möglichkeiten von Microsoft PowerPoint befasst (u.a. wie erstelle ich eine persönliche Designvorlage mit dem Folienmaster, was kann man mit Pfeilen, Diagrammen, Rahmen machen). Folgende Präsentation habe ich während des Workshops angelegt, welche noch weitere Informationen und Tipps enthält:

Einführung ins Programmieren

Heutzutage erfordert der Umgang mit Computern und dem Internet in der Regel keine Programmierkenntnisse mehr, man wird überall mit benutzerfreundlichen Oberflächen konfrontiert und was im Hintergrund abläuft ist erstmal nicht relevant solange man seine Projekte umsetzen kann.

Für ein tiefergehendes Verständnis und für spezielle Aufgabenstellungen kann es aber sicher hilfreich sein über grundlegende Programmierkenntnisse zu verfügen, daher habe ich mich im Rahmen eines VHS Kurses bei Frau Elisabeth Staegemann näher mit der Materie beschäftigt.

Aus der Natur des Programmierens ergeben sich einige Anforderungen an Programmierer. Diese sollten

  • strukturiert, logisch und abstrakt denken können.
  • präzise sein (so sind z.B. spezielle Eigenheiten der Programmiersprache zu berücksichtigen)
  • neugierig sein (eine Grundstrukturierung genügt nicht, vieles muss nachgeschlagen werden)
  • zäh sein (also nicht schnell aufgeben)

In diesem Einstiegskurs haben wir uns im konkreten Teil hauptsächlich mit der Programmiersprache PHP beschäftigt. Als IDE (integrierte Entwicklungsumgebung) stand uns Netbeans zur Verfügung.

Mein erstes selbstprogrammiertes PHP Programm ist dieses kleine Computerspiel:

$Zahl ist eine Eingabevariable, deren Wert sich durch die Eingabe des Nutzers bestimmt. Das Programm prüft den Wert der eingegebenen Variablen. Der Teil „if (§Zahl<=3842) print Ihre Zahl war zu klein“ legt fest, dass wenn der Benutzer eine Zahl eingegeben hat, die kleiner oder gleich der Zahl 3842 war, das Programm die Meldung ausgiebt, dass die Zahl zu klein war. Für den Fall, dass die Zahl genau 3843 entspricht meldet das Programm die Gewinnmeldung. Für alle übrigen Fälle (also für diejenigen, in denen die Zahl nicht kleiner oder gleich 3842 und auch nicht 3843 ist, wird die Meldung „Ihre Zahl war zu groß“ ausgegeben. Diese Meldung sollte dementsprechend auch erscheinen, wenn der Benutzer einen Fehler macht und keine Zahl sondern beispielsweise „xyz“ eingiebt (Dies habe ich gerade nochmal getestet und tatsächlich wird die Meldung „Die Zahl war zu klein“ ausgeworfen… seltsam).

Weitere Themen des Kurses waren das Rechnen mithilfe der Programmiersprache (dazu haben wir als Beispielaufgabe eine Restaurantrechnung programmiert) sowie die Funktion eines Bankautomaten. Mehr dazu in den nächsten Posts.

Diskussion um das ePortfolio. Teil 2 – öffentlich VS. privat

ePortfolios werden an deutschen Universitäten mittlerweile hier und da eingesetzt, auch wenn sie ein Nischendasein führen und eine breite Einführung in Massenstudiengängen nicht absehbar ist.

Dort wo noch über die Einführung von ePortfolios gesprochen wird, ist vorallem die Wahl des richtigen ePortfolio-Tools ein wichtiges Kriterium. Entscheidend ist für die Universitäten dabei wohl in der Regel, wie sich das ePortfolio in die bestehende eLearning-Infrastuktur integrieren lässt (Single Sign-on Möglichkeiten für zusätzliche Software-Systeme oder integrierte Lösungen in bestehenden Learning Management Systeme).

Die Behauptung, dass ein Großteil der Studierenden ohnehin ein so hohes Maß an Internetkompetenz hätten mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Plattformen, Zugängen, oder gar Identitäten umgehen zu können, dass es auch an großen Universitäten kein Problem sei auf Single Sign-on Lösungen verzichten zu wollen halte ich für eine falsche Schlußfolgerung. Die meisten Studierenden mögen in der Lage sein, mit unterschiedlichen Accounts umzugehen, es wird aber nicht als bequem oder benutzerfreundlich wahrgenommen. Studierende unterscheiden meiner Beobachtung nach sehr genau zwischen privat (und meistens tagtäglich) genutzten Plattformen wie Facebook/Gmail/GMX/etc., für die man sich freiwillig registriert und andererseits universitären Plattformen, die sporadisch und nur bei Bedarf (bzw. zwangsweise) genutzt werden.

Wer behauptet, dass man einfach zusätzliche Plattformen anbieten könnte und sollte, weil der Umgang damit zur „informationstechnischen Grundbildung / digital literacy“ gehöre, sollte bedenken, dass man Studierenden auch nicht einfach Bücher in die Hand gibt, nur weil jeder Lesen kann. Jedenfalls nicht ohne ein Mindestmaß an notwendiger Betreuung, die bei universitären Internetplattformen exorbitante laufende Kosten verursacht und an Universitäten wie der UHH, an denen Mittel ohnehin nicht in dem Maße zur Verfügung stehen, wie dies wünschenswert wäre, nicht möglich erscheint.

Für nicht-Hamburger, die hier mitlesen und über die finanzielle Ausstattung der UHH nicht informiert sind, zur Verdeutlichung eine Aussage des Universitätspräsidenten Prof. Dr. Dieter Lenzen zur Vereinbarung zwischen Senat und Präsidium für die Universität Hamburg vom 21. Oktober 2011 (Quelle zwischenzeitlich nicht mehr vorhanden – toter Link entfernt):

Gleichzeitig ist nicht zu verkennen, dass aufgrund der durch den Hamburger Senat beschlossenen
Bewältigung der Schuldensituation eine Entwicklungsperspektive in Richtung Wettbewerbsfähigkeit mit
anderen großen deutschen Universitäten nicht ermöglicht wurde

Das ist meines Erachtens auch der Kern des Problems, der die offene Auseinandersetzung in Hamburg zwischen unterschiedlichen ePortfolio-Gruppierungen begründet, denn wenn ausreichende Mittel vorhanden wären müsste keiner die Plattform seiner Wahl (sei es nun Commsy, Olat, Mahara, WordPress) so stark verteidigen, dass die Abwertung anderer Plattformen, oder gar die offene Forderung, andere Plattformen nicht weiter zu finanzieren notwendig wäre. Das wird insbesondere vor dem Hintergrund, dass gleichzeitig und von der selben Person gefordert wird, Studierenden eine Wahlfreiheit bezüglich der Tools zu ermöglichen, deutlich.

Dazu kommt als weiteres Argument gegen bestimmte Plattformen die merkwürdige Sichtweise, dass ein ePortfolio am besten öffentlich geführt werden sollte. Merkwürdig ist diese Behauptung für mich desshalb, weil sie mir unreflektiert, naiv und eingeschränkt erscheint, jedenfalls wenn man die Tatsache berücksichtigt, dass es ausgerechnet Erziehungswissenschaftler sind, die derartige Forderungen aufstellen. Für Erziehungswissenschaftler ist eLearning nicht nur eine Methode im Unterricht, sondern auch ein Forschungsgebiet, deswegen würde ich eine etwas kritischere Sichtweise, bzw. eine Berücksichtigung negativer Aspekte der eigenen Forderungen erwarten. Bei den Hamburger Fachleuten zu diesem Thema suche ich leider vergeblich.

Sämtliche Systeme, die sich selbst als ePortfolio-System bezeichnen (also z.B. Mahara, die integrierten Lösungen in OLAT und STUD.IP sowie viele weitere) haben gemeinsam, dass sie grundsätzlich privat sind, und der Nutzer in der Lage ist einzelne oder alle Bereiche öffentlich sichtbar zu machen. Das hat den Vorteil, dass der Nutzer das ePortfolio verwenden kann um auch persönlichste Dinge zu reflektieren und in seine Überlegungen miteinzubeziehen. Selbst die Befürworter offener ePortfolios würden wohl ein öffentliches WordPress-Blog nicht nutzen um sich über gescheiterte Beziehungen, Geldsorgen, Krankheiten und andere Faktoren Gedanken zu machen. Gleichzeitig gibt es wohl aber nichts was für den Erfolg eines Studiums wichtiger wäre oder was schneller zu einem Scheitern führen könnte als derartige persönliche Probleme. Es macht aus meiner Sicht Sinn einen sicheren, geschützten Ort zu haben auf den Studierende von überall zugreifen können um solche Probleme zu artikulieren und vielleicht auch schon die Bewältigung zu planen. Ein persönliches ePortfolio in einer geschützten universitären Plattform kann diesen Platz bieten.

Persönliche ePortfolios bieten ferner den Vorteil, dass man sich in ihnen auf das Wesentliche, den Inhalt, konzentrieren kann.

Wer bloggt muss sich um einige Dinge Gedanken machen und kann sich leicht in den Rahmenbedingungen verlieren, die alle von der inhaltlichen Auseinandersetzung relevanter Themen abhalten, bzw. diesen vielleicht sogar abträglich sind. Wie bekomme ich Besucher? Wie sieht die Besucherstatistik für die letzten Tage aus? Wieso kommentiert niemand meine Beiträge? Sollte ich meinen Inhalt verändern um mehr gelesen zu werden? Muss ich anfangen zu twittern um zusätzliches Marketing für meine Inhalte zu betreiben? Wie muss mein Impressum aussehen? Welche Bilder aus dem Internet darf ich bei mir einbinden? Darf ich jedes Youtube Video bei mir einbinden? Welche Plugins sollte ich installieren? Wie kann ich Spam unter meinen Beiträgen verhindern?

Die Liste könnte ich praktisch endlos fortführen und sie erinnert mich an eine Aussage von Prof. Dr. Rolf Schulmeister, der sinngemäß gesagt hat, dass wir Studierende dequalifizieren, wenn wir die mediale Ausbildung auf die heutigen Medien beschränken. Ich finde es zwar grundsätzlich richtig und wichtig die Medienkompetenz Studierender soweit zu erhöhen, dass sie in die Lage versetzt werden die oben genannten Probleme und Fragen zu beantworten, allerdings verdient dieses Thema aufgrund seiner Komplexität einen eigenen Raum, und sollte nicht schlichtweg in die ePortfoliodiskussion miteingeworfen werden, die aufgrund ihrer Komplexität für sich genommen diskutiert und vermittelt werden sollte.

Die Anzahl meiner bloggenden (und twitternden) Kommilitonen, ist gemessen an der Gesamtzahl verschwindend gering. Das nur für diejenigen, die einer älteren Generation angehören, somit nicht mit dem Internet aufgewachsen sind und möglicherweise der Illusion ausgesetzt sind, dass alle Erstsemester diese aufgeworfenen Fragen beantworten könnten.

Ein weiterer wichtiger Grund dafür, dass sich WordPress als ePortfolio nicht eignet, ist, dass es sich nicht als Grundlage für eine universitäre Leistungsbewertung eignet, die im Zweifel auch vor Gericht stand halten sollte. Ich wünsche mir mit der Einführung von ePortfolios eine Abkehr vom Bulimielernen. Ich möchte dass die universitären Rahmenbedingungen mich darin unterstützen konstant und nachhaltig zu lernen, das ist durch die aktuellen Rahmenbedingungen nicht der Fall. Das OLAT-ePortfolio wird an anderen Universitäten bereits zur Leistungsbeurteilung herangezogen. Auch Prüfungsordnungen an der UHH bieten diese Möglichkeit, so legt z.B. §23 Abs. 8 der Prüfungsordnung für den Studiengang Sozialökonomie fest, dass die Art der Leistungsnachweise die Kursleiterinnen bzw. der Kursleiter bestimmt und dass diese in der Regel z.B. protokollierte mündliche Prüfungen sein können (oder auch Referate mit anschließender mündlichen Prüfung).

Man könnte also relativ leicht und bereits zum nächsten Sommersemester 2012 ePortfolios zur Leistungsbewertung einsetzen. Dies stelle ich mir so vor, dass Studierende verpflichtend angehalten sind, innerhalb einer Woche nach jeder Veranstaltung (mit maximal xy Fehltagen) in ihrem ePortfolio die Kursinhalte zu reflektieren. Der Dozent baut eine oder zwei Feedbackrunden während des Semesters ein und gibt den Studierenden Rückmeldungen auf Ihre Beiträge. Am Ende des Semesters wird durch eine mündliche Prüfung dann lediglich sichergestellt, dass das ePortfolio eine Eigenleistung des Studierenden ist und nicht etwa nur per Copy&Paste zusammengebastelt wurde. D.h. eigentliche Prüfung wäre bei diesem Konzept das ePortfolio, die mündliche Prüfung dient dann eher dem Aussieben von Betrugsfällen und erfordert von solchen Studierenden, die sich das ganze Semester über konstant mit den Kursinhalten auseinandergesetzt haben keinen Aufwand mehr.

Auch die mangelhafte Qualifikation der Lehrenden macht geschlossene Plattformen dringend notwendig. eLearning ist ein Randthema im universitären Alltag der meisten Studiengänge. Overheadprojektoren sind fast genauso verbreitet wie Beamer, und auch Copyshops (also Orte wo man Ordner aus dem Regal nimmt um dann Seite für Seite zu kopieren, auf Papier) erfreuen sich nach wie vor größter Beliebtheit. Daraus folgt, dass ein Großteil der Lehrenden sich mit Onlinemedien nicht auseinandersetzt und darüber keine oder völlig unzureichende Kenntnisse hat. Tatsächlich gibt es hier immense Ängste und Sorgen zu bekämpfen. Ohne geschlossene Lernplattformen wäre die Anzahl der Lehrenden, in deren Veranstaltung eLearning einen gewissen Einzugsgrad erhalten haben, und die sich ein Stückweit trauen, Onlineinhalte zur Verbesserung der Lehre einzusetzen, noch viel geringer als dies ohnehin der Fall ist. Diese Ängste muss man ernst nehmen und man muss durch Wissensvermittlung dazu beitragen, dass auch solche Lehrenden in die Lage versetzt werden ihren Studierenden wiederum den verantwortungsvollen Umgang im Netz weiterzugeben. Dazu ist noch viel Arbeit notwendig und bevor eine relevante Anzahl Lehrender in der Lage sind öffentliche Blogs zu betreiben sollte man zum Schutz Studierender vielleicht noch etwas warten bis man alle geschlossenen Lernplattformen abschafft und sämtliche Kursinhalte in die Öffentlichkeit verlagert.

Fazit:

Ich blogge sehr gerne (aktuell hier und bei Twitter und in einem seminarbegleitenden Blog als einer von mehreren hier), tausche mich gerne mit anderen aus und erkenne auch immense Vorteile.  Auch fände ich es eigentlich positiv, wenn die Universität Hamburg anfangen würde WordPress zu hosten. Genauso erkenne ich aber auch die Notwendigkeit geschlossener eLearning-Plattformen. Für komplexe ePortfolios halte ich Plattformen, die von der grundsätzlichen Veröffentlichung der Beiträge ausgehen, für ungeeignet.

ePortfolio auf der Campus Innovation 2011

Erfreulicherweise gelingt es der ePortfolio-Diskussion auch in diesem Jahr wieder Einzug in die Campus Innovation zu halten, wenn auch in kleinerem Ausmaß als in der Vergangenheit.

Am Donnerstag, 24. November 2011, zwischen 16.00 und 17.40 Uhr, bieten meine Kollegen und ich im Track eLearning (Parallele Veranstaltung im Kochlabor) folgenden Workshop an:

ePortfolio à la carte

Der Einsatz von ePortfolios wurde an der Universität Hamburg bereits seit 2008 diskutiert und vorbereitet. Schon im Sommersemester 2011 ist das OLAT-ePortfolio als Pilot im Studiengang Sozialökonomie in der Lehre eingesetzt worden.

Ein veranstaltungsübergreifendes, studienbegleitendes ePortfolio-Konzept befindet sich seit diesem Wintersemester in der Durchführungsphase.

In einem Kurzvortrag werden neben diesen ersten Praxiserfahrungen aus Sicht von Lehrenden und Studierenden notwendige Elemente eines studienbegleitenden ePortfolios erörtert. Anschließend sollen in moderierten Kleingruppen mögliche (fakultätsspezifische) ePortfolio-Prozessstrukturen (skizzenhaft) erarbeitet, im Plenum vorgestellt und diskutiert werden.

Die Vortragenden werden neben meiner Person, Holger Schlegel vom Zentrum für Personalforschung sein, der in seinem Interdisziplinären Grundkurs am Fachbereich Sozialökonomie das OLAT ePortfolio pilotierend eingesetzt hat (ich selbst bin Teilnehmer in diesem Kurs und dadurch selbst auf das ePortfolio gekommen – nähere Infos hier). Desweiteren Ivo van den Berk vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung sowie Dr. Angela Peetz vom Zentralen eLearning-Büro.

Das Tagesprogramm für den Track eLearning findet sich hier.

Diskussion um das ePortfolio. Teil 1 – Exportmöglichkeiten

In der letzten Woche war ich an diversen Diskussionen zum Thema ePortfolio beteiligt. Beispielsweise wurden auf der Veranstaltung „Fachforum ePortfolio“ der Goethe Universität Frankfurt zahlreiche Praxiserfahrungen mit dem ePortfolio an Hochschulen vorgestellt und diskutiert.

Ein Punkt, der für viel Gesprächsstoff sorgte, war die mangelhafte Exportmöglichkeit aller ePortfoliosysteme, egal ob OLAT, Mahara oder Mahoodle (eine Verknüpfung aus der Lernplattform Moodle und Mahara). Diese Kritik war in dieser Woche auch Bestandteil eines Blogbeitrages von Daniel Spielmann, Lehrbeauftragter an der Universität Hamburg.

Während ePortfolio-Experten der Grund für diese mangelnde Exportmöglichkeit bekannt ist, ist Seitens der Nutzer und von Aussenstehenden wenig Verständnis zu erwarten, wenn ein erfolgreich geführtes ePortfolio nach dem Verlassen der Hochschule möglicherweise nicht mehr zur Verfügung steht. Aus diesem Grund möchte ich hier meine Sicht der Ursachen darlegen.

Was ist eigentlich ein ePortfolio? In der Regel eine Zusammenstellung von Artefakten. Wie diese Zusammenstellung aussieht ist dabei häufig von ePortfolio zu ePortfolio extrem unterschiedlich – damit ist nicht etwa die Plattform gemeint, sondern bereits das individuelle ePortfolio des Nutzers selbst.

Dazu kommen nochmals plattformbedingte Unterschiede. Zusätzlich zu ePortfolio Plattformen (z.B. Mahara und OLAT) gibt es eigene ePortfolio-Interpretationen, exemplarisch sei hier das m(e)Portfoliokonzept von Ralf Appelt erwähnt.

Der Wunsch, ePortfolios auch als Prüfungsleistung einsetzen zu können, und die unterschiedliche Praxis diesbezüglich an manchen Hochschulen, führt zu weiteren gravierenden Unterschieden. Bei einigen ist das ePortfolio die Prüfungsleistung, andere Nutzen die Möglichkeit bestimmter Prüfungsordnungen eine mündliche Prüfung vorzunehmen, in der die eigene Nutzung des ePortfolios präsentiert und erklärt wird, das ePortfolio ist dann also nicht Prüfungsleistung, sondern lediglich die Basis dafür.

Ein Ergebnis der Diskussion in Frankfurt war auch, dass eine Kategorisierung von ePortfolios, etwa wie sie durch Prof. Dr. Thomas Häcker (z.B. Netzportfolio, Kursportfolio, Lernportfolio, Abschlussportfolio, etc.) [1] oder Peter Baumgartner (z.B. Reflexionsportfolio, Entwicklungsportfolio, Präsentationsportfolio) [2] vorgeschlagen wurde, in der Praxis nicht funktioniert. Wenn sich ePortfoliotypen allerdings nicht kategorisieren lassen, es also keine Vereinheitlichung gibt, wie diese aussehen sollen, wie sollte man sie dann in ein anderes System übertragen können?

Die IMS Spezifikation Der IEEE Standard zu ePortfolios versucht eine ähnliche Kategorisierung von ePortfolios (z.B. sind hier auch Prüfungseportfolios definiert), bringt also der deutschen Hochschullandschaft ebenfalls keine Problemlösung bringt. Davon abgesehen wird er durch keines der mir bekannten ePortfolio-Systeme eingehalten.

Soweit der unbefriedigende Stand bezüglich Exportmöglichkeiten.

Ein zusätzliches Problem beim OLAT-ePortfolio ist, dass aktuell auch kein Export/Import von OLAT zu OLAT möglich ist, was Daniel Spielmann in seinem Blog richtig feststellt.

Ganz erstaunlich finde ich, dass OLAT einem die Mitnahme der eigenen Arbeit selbst dann verbietet, wenn man beispielsweise in Hamburg fertig studiert hat und an eine Uni weiterzieht, die ebenfalls auf OLAT setzt: selbst der Import in ein anderes OLAT ist nicht möglich! (Quelle)

Das OLAT-ePortfolio ist neu. Es wurde erst 2010 entwickelt und steht ersten Hochschulen seit Beginn 2011 zur Verfügung. Bis alle Hochschulen, die OLAT einsetzen, auch die aktuelle Version von OLAT einsetzen, die über die ePortfolio-Erweiterung verfügt, wird es noch etwas dauern. Die Universität Hamburg hat diesen Schritt erst in den letzten Semesterferien, kurz vor Beginn des aktuellen Wintersemesters 2011/2012 vollzogen. Es ist denke ich nachvollziehbar, dass das ePortfolio dementsprechend noch nicht perfekt sein kann und an manchen Stellen nachgebessert werden muss. Das Szenario, welches einen Import/Export von OLAT zu OLAT notwendig macht, beispielsweise der Hochschulwechsel eines Studierenden, war wohl in der Prioritätenliste nicht so hoch, als dass er durch die Finanzierung der Entwicklung des ePortfolio direkt mitumgesetzt werden konnte. Unabhängig von den zukünftigen finanziellen Möglichkeiten der Universität Hamburg stimmt mich die Tatsache, dass das OLAT-ePortfolio bereits an anderen Hochschulen, neben der UHH, erfolgreich eingesetzt wird (beispielsweise an der Goethe Universität Frankfurt, sowie der Technischen Universität Kaiserslautern und das sind nur die Beispiele von denen ich weiß) zuversichtlich, dass unter anderem dieses Problem in Zukunft gelöst werden kann.

Die nachhaltige Verwendung des ePortfolio, über das eigene Studium hinweg (Stichwort Lebenslanges Lernen), wird sich damit allerdings nicht lösen lassen. Tatsächlich gab es in Frankfurt auch das Beispiel einer Hochschule (FOM – Hochschule für Ökonomie und Management), die dieses Problem umgeht, indem sie auf die öffentliche Plattform Mahara.org ausweicht, anstatt eine eigene Installation zu betreiben. Unter anderem durch eine Präsentation auf die ich gestoßen bin von Christian Franck von der Frentix GmbH (Präsentation hier verfügbar), habe ich mir schon vor einiger Zeit Gedanken darüber gemacht, wo der richtige Ort für eine Plattform ist, in der ich ein lebenslanges ePortfolio führe. Die Lösung: Nirgendwo – eine solche Plattform oder Institution kann es nicht geben, dafür sind technische Entwicklungen viel zu schnelllebig. Auch deswegen darf man die Frage, nach der Interoperabilität verschiedener ePortfolio-Systeme nicht aus den Augen lassen. Langfristig ist eine technische Übertragungsmöglichkeit eines Mahara-ePortfolio in ein OLAT-ePortfolio in ein…-ePortfolio notwendig.

[1] vgl. Häcker, T. (2007): Portfolio: ein Entwicklungsinstrument für selbstbestimmtes Lernen: Eine explorative Studie zur Arbeit mit Portfolios in der Sekundarstufe I, Hohengehren, S. 132
[2] vgl. Meyer, T. / Mayrberger K. / Münte-Goussar S. (2011): Kontrolle und Selbstkontrolle. Zur Ambivalenz von E-Portfolios in Bildungsprozessen, S. 209

Forum eLearning – E-Portfolios in der Hochschulpraxis

Am heutigen Donnerstag werden mein Kollege aus dem OLAT-ePortfolio Team, Ivo van den Berk vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung, und ich in Potsdam im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Forum eLearning“ einen Vortrag zum Thema „E-Portfolios in der Hochschulpraxis“ halten.

Die Veranstaltungsbeschreibung findet sich in diesem Flyer.

Die im Vortrag verwendeten Folien können Sie hier downloaden:

Nach der Veranstaltung werde ich diesen Blogbeitrag editieren um meine Eindrücke zu schildern und einige Beiträge der TeilnehmerInnen wiederzugeben.

Ferner werden wir zu der Veranstaltung ein lecture2go Aufzeichnungsset mitbringen. Sofern es keine technischen Probleme gibt und die Aufzeichnung gelingt, werde ich diese hier einbinden. (Edit 8. November:  Es hat eine Aufzeichnung der Veranstaltung stattgefunden. Diese werde ich hier auch veröfffentlichen, allerdings verzögert sich die Postproduktion des Materials noch um einige Tage. Ich bitte um Entschuldigung!)

Für einen weiterführenden Erfahrungsaustausch und Fragen können Sie uns unter ePortfolio@uni-hamburg.de kontaktieren.