Minecraft Reflexion: Konzept für die zweite Staffel

Bevor ich mit der Umsetzung beginne wollte ich Euch gerne meine Ideen für meine zweite Educraft Staffel vorstellen.

Hier meine grundsätzlichen Überlegungen:

Die Idee für meine Minecraft-Serie war ursprünglich, ein breiteres Publikum außerhalb von Hochschulen zu erreichen und mit Themen aus der Universität (in meinem Fall eLearning, Sozialökonomie, Soziologie) zu versorgen.

Das hat bislang nicht funktioniert, was ich daran festmache, dass ich vorwiegend Feedback aus meinem universitären Umfeld erhalte. Ferner stelle ich fest, dass die Videos nur sporadisch angesehen werden. Ein festes Stammpublikum. welches regelmäßig die Inhalte verfolgt besteht aus maximal 2-3 Personen.

Ferner sollte die Minecraft-Serie mir selbst als Reflexionsportfolio dienen, also ein Medium sein, in dem ich meinen (Studien-)Alltag reflektiere und so Erkenntnisse über mich selbst gewinne.

Soweit ich das beurteilen kann, hat das ganz gut funktioniert, wobei es nach meinem Empfinden hier und da ein Stück weit daran mangelt, dass ich die nötigen Konsequenzen ziehe (das ist aber eher mein Problem und hat wenig mit dem Konzept/der Serie zu tun).

Ursachen:

Mein Eindruck ist, dass insbesondere im deutschsprachigen Raum die Unterscheidung zwischen dem persönlichen, privaten sowie dem öffentlichen Auftreten extrem strikt ist.

Nach Durchsicht diverser deutschsprachiger Minecraft Let’s Plays habe ich kein Beispiel dafür gefunden, dass in den öffentlich einsehbaren Youtube-Videos persönliche Erfahrungen oder Informationen preisgegeben werden. Es steht regelmäßig das Spiel oder oberflächliche eher lapidare Kommunikation im Vordergrund (soll nicht abwertend gemeint sein).

Die Ursachen dafür kenne ich nicht. Aufgrund der Art und Weise der Kommunikation in den deutschsprachigen LPs, die mich immer wieder an Formate wie TV Total erinnert, ist meine persönliche Vermutung, dass die deutschsprachigen Massenmedien (Fernsehen) die deutschsprachige Spielevideolandschaft prägen.

Bei englischsprachigen Minecraft Let’s Plays finde ich eher Beispiele für einen selbstreflexiven Inhalt (was damit zusammenhängen könnte, dass ich nur englischsprachige Let’s Plays auch regelmäßig verfolge). So reflektiert Guude in vielen seiner Videos, wie wenig Zeit er für Minecraft hat, seit seine Tochter zur Welt gekommen ist oder wenn eine Bedienung im Restaurant unhöflich zu ihm war. Kurtjmac, das perfekte Beispiel für ein Projekt mit Bildungscharakter, weil er an Wissenschaft interessiert ist, und zudem seine “Far Lands or Bust” Serie dazu nutzt Geld für einen wohltätigen Zweck zu sammeln, reflektiert in seinen Videos beispielsweise wie er unter seiner Pubertät gelitten hat. Bei BdoubleO100 konnte man dabei sein, als er sich dazu entschieden hat, mit der Tradition in seiner Familie zu brechen, den elterlichen Zimmermanns-betrieb einzustellen und stattdessen in Vollzeit Youtube-Videos zu produzieren.

Mir fallen noch viele weitere Beispiele dafür ein, wie Minecraft-Spieler ihren Alltag oder ihre persönliche Situation reflektiert haben. Darin liegt meiner Einschätzung nach ein großer individueller Gewinn für diese Personen und das ist ja letztlich auch das, was ich in meiner Serie umsetzen möchte (wenn auch mit etwas stärkerem Bezug zur Universität).

Wie kann ich das erreichen? Die Maßnahmen die ich angepeilt habe sehen so aus:

1. Das war der letzte Beitrag in deutsch. Das deutschsprachige Umfeld auf Youtube ist mir für dieses Projekt zu schwierig. Meine Videos werde ich also versuchen zukünftig exklusiv auf englisch zu produzieren.

2. Aufsplittung der Serie. Zukünftig möchte ich in den normalen, aufgezeichneten Videos den reflexiven Charakter zurücknehmen (stattdessen eher Erklärvideos) und dafür das Medium (Minecraft) mehr zur Geltung kommen lassen. Für die überwiegend gedankenfokussierten Episoden wird es zukünftig regelmäßige Live-Streams geben (ob es dafür Zuschauer gibt ist mir zunächst mal völlig egal), was dem “Stream of consciousness” einger meiner Folgen entgegenkommen dürfte und zudem regelmäßige Konsumenten der Hauptserie hoffentlich nicht vergrault (wer gerne 20 Minuten mit seichter Kommunikation und Spielspaß unterhalten werden möchte, dürfte von einem einstündigen Video über ePotfolios doch eher abgeschreckt sein).

3. Zusätzlich reine Minecraft Inhalte. Da mir das Spielen, Aufzeichnen, Postproduzieren und Veröffentlichen Spaß macht, wird es in meinem Kanal zukünftig auch reine Minecraft-Inhalte, (scheinbar) unabhängig vom Bildungskontext geben. Testweise hatte ich damit bereits vor einigen Monaten auf einem zweiten Kanal angefangen (siehe hier), was ich dann demnächst in meinen Hauptkanal überführen werde.

Mit diesen Ideen verbinde ich auch das Aufgeben im universitären Kontext für Unterstützung für dieses Projekt zu werben (Sowohl was Mitspieler_Innen, als auch Unterstützung durch die Institution angeht). Bereits in der fünften Ausgabe habe ich versucht klar zu machen (hier kann man es nochmals nachhören), dass die Situation und Voraussetzung der Lernenden für dieses Projekt der entscheidende Faktor sind. Wenn im deutschsprachigen Raum die Voraussetzung der Konsumenten nicht so ist, dass Bildungsinhalte über Minecraftvideos angeregt werden können, dann kann man nachsteuern und verbessern, oder (wie ich das jetzt mache) sucht einen anderen Raum, in dem das eher möglich scheint.

Soweit meine Ideen für die zweite Staffel “EduCraft with Michael”. Über Ideen, Anregungen oder Kritik würde ich mich freuen.

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