ePortfolio auf der Campus Innovation 2011

Erfreulicherweise gelingt es der ePortfolio-Diskussion auch in diesem Jahr wieder Einzug in die Campus Innovation zu halten, wenn auch in kleinerem Ausmaß als in der Vergangenheit.

Am Donnerstag, 24. November 2011, zwischen 16.00 und 17.40 Uhr, bieten meine Kollegen und ich im Track eLearning (Parallele Veranstaltung im Kochlabor) folgenden Workshop an:

ePortfolio à la carte

Der Einsatz von ePortfolios wurde an der Universität Hamburg bereits seit 2008 diskutiert und vorbereitet. Schon im Sommersemester 2011 ist das OLAT-ePortfolio als Pilot im Studiengang Sozialökonomie in der Lehre eingesetzt worden.

Ein veranstaltungsübergreifendes, studienbegleitendes ePortfolio-Konzept befindet sich seit diesem Wintersemester in der Durchführungsphase.

In einem Kurzvortrag werden neben diesen ersten Praxiserfahrungen aus Sicht von Lehrenden und Studierenden notwendige Elemente eines studienbegleitenden ePortfolios erörtert. Anschließend sollen in moderierten Kleingruppen mögliche (fakultätsspezifische) ePortfolio-Prozessstrukturen (skizzenhaft) erarbeitet, im Plenum vorgestellt und diskutiert werden.

Die Vortragenden werden neben meiner Person, Holger Schlegel vom Zentrum für Personalforschung sein, der in seinem Interdisziplinären Grundkurs am Fachbereich Sozialökonomie das OLAT ePortfolio pilotierend eingesetzt hat (ich selbst bin Teilnehmer in diesem Kurs und dadurch selbst auf das ePortfolio gekommen – nähere Infos hier). Desweiteren Ivo van den Berk vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung sowie Dr. Angela Peetz vom Zentralen eLearning-Büro.

Das Tagesprogramm für den Track eLearning findet sich hier.

2 Gedanken zu „ePortfolio auf der Campus Innovation 2011

  1. Daniel Spielmann (@spani3l) sagt:

    Leider werden hier einige Strohmänner niedergemetzelt, die eigentlich ganz unschuldig sind.

    Die Art der Verlinkung legt nahe, ich hätte behauptet, Studierende hätten “ohnehin ein so hohes Maß an Internetkompetenz”. Hier wird mir etwas in den Mund gelegt, wovon ich mich ausdrücklich distanziere. Ich hatte in einem Kommentar zu einer JISC-Studie Anfang Oktober eine gegenteilige Ansicht zum Ausdruck gebracht.

    Auch bin ich mitnichten der Meinung, dass es an Hochschulen ein “Problem” wäre, auf single sign-on zu verzichten. “Bequem oder benutzerfreundlich” ist die Verwaltung multipler Zugänge sicher nicht, aber ich erwarte von Bildungseinrichtungen auch nicht in erster Linie, dass sie es den Leuten einfach machen; ich sehe ihre Aufgabe eher darin, ihnen Strategien zur Bewältigung der Realität an die Hand zu geben. In jeder zweiten Ausgabe der c’t kann man die Empfehlung nachlesen, unterschiedliche Nutzernamen und Passwörter für unterschiedliche Plattformen einzurichten – aus Sicherheitsaspekten eine vernünftige Sache. Das Wissen darüber gehört wohl auch zum Datenschutz – Datenschutz, den der Nutzer selbst in die Hand nehmen kann, statt eines solchem, den ihm die Institution vorkaut, weil sie ja auf “sichere”, geschlossene Plattformen setzt.

    “Wer behauptet, dass man einfach zusätzliche Plattformen anbieten könnte und sollte, weil der Umgang damit zur “informationstechnischen Grundbildung / digital literacy” gehöre,” – auch hier sehe ich einen Strohmann bluten. Die “zusätzliche Plattform” ist nach meinem Dafürhalten ein LMS, das im universitären Lerneraltag weitestgehend ignoriert, aber finanzkräftig entwickelt wird. Wie Kerres auf der #ci11 heute sagte – viele nutzen bereits irgendwelche Plattformen und eigentlich sollte es egal sein, welche sie nutzen, weil die Inhalte wichtiger sind.Und was informationstechnische Grundbildung angeht – dafür sind social media vermutlich tatsächlich relevanter als LMS. (Im Übrigen fände ich es sehr interessant, wirklich die Nutzer entscheiden zu lassen: LMS oder social media-Werkzeuge. Sicher nutzt die Mehrheit beides nicht. Aber während ich eine handvoll kenne, die sm nutzt, ist mir bisher noch niemand begegnet, der seine Zeit freiwillig in einem LMS verbringt. Da sind wir anscheinend einer Meinung: “Die Anzahl meiner bloggenden (und twitternden) Kommilitonen, ist gemessen an der Gesamtzahl verschwindend gering.” Geht mir genau so. Die Anzahl derer, die ich kenne und die OLAT nutzen ist gleich Null.)

    “merkwürdige Sichtweise, dass ein ePortfolio am besten öffentlich geführt werden sollte”
    Noch ein Strohmann, wenn ich schriftliche und mündliche Aussagen der angesprochenen Person richtig verstehe.

    “Selbst die Befürworter offener ePortfolios würden wohl ein öffentliches WordPress-Blog nicht nutzen um sich über gescheiterte Beziehungen, Geldsorgen, Krankheiten und andere Faktoren Gedanken zu machen.”
    Ich selbst würde derartige Inhalte gar nicht erst ins Internet hochladen – auch das gehört wieder mal zu meiner Interpretation von “Datenschutz” – und wieder: Datenschutz, den der User selbst in die Hand nimmt und nicht auf die ihm ja immer ach so wohl gesonnene Institution outzusourct. Für “naiv” halte ich nämlich eher die Hoffnung, es gäbe einen virtuellen Raum, an dem solche Inhalte nachhaltig sicher seien.

    “Wer bloggt muss sich um einige Dinge Gedanken machen…” Bloggen muss sich nicht rimär auf andere richten. Bloggen kann man auch für sich.

    “dass wir Studierende dequalifizieren, wenn wir die mediale Ausbildung auf die heutigen Medien beschränken.” Eben. Also weg vom LMS. 🙂 Eine Aussage legt ja nahe, dass das LMS ohnehin dem Tod geweiht ist: “sollte man zum Schutz Studierender vielleicht noch etwas warten bis man alle geschlossenen Lernplattformen abschafft und sämtliche Kursinhalte in die Öffentlichkeit verlagert.” Die Frage ist nicht ob, sondern wann.

    Aber wie dem auch sei. Wahrscheinlich werden die Beteiligten in der Sache vorerst nicht einer Meinung sein, und vermutlich müssen sie das auch gar nicht. Nutzt doch, was ihr wollt. Ich nutze, was ich will. Ihr esst Tiere. Ich ess Blumen. Unterhalten wir uns über Spannenderes, etwa:

    Wie sieht ein tragfähiges framework zur Bewertung von ePf aus – kann es sowas überhaupt geben? Was ist bei der Bewertung zu beachten, um ein vielversprechendes Werkzeug nicht zu einer weiteren Knute der Institution verkommen zu lassen?

    oder: Wie sehen gute Aufgabenarrangements aus (und ich rede nicht von “Portfolio-Aufgaben”, die termingerecht beim Studierenden eingehen und termingerecht abzuliefern sind, ich rede von lernförderlichen Impulsen zur Förderung der reflexiven Praxis…)?

    oder: Wie ist das Verhältnis zwischen ePf-Schreiben und wissenschaftlichen Schreiben? Kann das eine durch das ander profitieren und if so, was ist dazu notwendig?

    Lassen wir die unerquicklichen Sandkastenspielereien. OLAT ist mir egal, aber mich interessiert, was ihr damit macht.

  2. Michael Karbacher sagt:

    Hallo Daniel,

    danke für den Kommentar. Ich sehe meine Aktivitäten und Beiträge eigentlich nicht als Sandkastenspielerei. Auch wenn ich vieles kritisch bewerte und bei manchen Punkten vielleicht über das Ziel hinausschieße – mein eigentliches Anliegen ist es eine breite Diskussion zu ermöglichen indem ich dazu beitrage, dass verschiedene Projekte und Standpunkte einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich werden (u.a. durch Veröffentlichung von Filmmaterial unter CC Lizenz, durch meinen Beitrag im (e)Portfolio-Gesprächskreis und durch meine Aktivitäten in meinen Blogs).

    Auf die inhaltlichen Punkte versuche ich morgen/übermorgen noch einzugehen, das sind in der Tat einige interessante Fragen, deren Erörterung lohnt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.