„A Plea for Earthly Sciences“ – Eine Auseinandersetzung mit einem Vortrag Bruno Latours

„A Plea for Earthly Sciences“ – Eine Auseinandersetzung mit einem Vortrag Bruno Latours, der anlässlich des Treffens der British Sociological Association im April 2007 gehalten wurde.

  1. Bruno Latour

„A Plea for Earthly Sciences“ ist Titel des Vortrages Bruno Latours (*1947), der anlässlich der jährlichen Versammlung der British Sociological Association im April 2007 gehalten wurde. Bruno Latour, bekannt für seine programmatischen Werke „Wir sind nie modern gewesen“ von 1997 und „Eine neue Soziologie für eine neue Gesellschaft“ von 2007 gilt als Begründer der Actor-Network-Theory und steht stellvertretend für ein neues Paradigma in den Sozialwissenschaften, das sich ausgehend von Frankreich seit Beginn der 1990er Jahre weltweit verbreitet hat. Neben Jürgen Habermas dürfte Bruno Latour zu den am häufigsten sozialwissenschaftlich rezipierten lebenden Personen zählen. Daher erscheint die Beschäftigung mit Bruno Latour insbesondere aus Aktualitätsgründen besonders reizvoll, wobei die vorliegende Arbeit versuchen wird darzustellen, dass aus Perspektive Latours der damit zum Ausdruck kommende Fortschrittsglaube auf eine Fehleinschätzung zurückgeht.

  1. A Plea for Earthly Sciences

Als Ausgangslage für sein Plädoyer erdgebundener Wissenschaften referenziert Bruno Latour das Buch „The Revenge of Gaia“ von James Lovelock. Darin wird Latour zufolge aufgezeigt, dass das herausragende Merkmal der menschlichen Weltgesellschaft darin besteht, kollektive Handlungen hervorgebracht zu haben, die nicht mehr durch negatives Feedback ausgeglichen werden (vgl. Latour 2007, S. 1).
Diese zentrale Einschätzung Latours lässt sich mit Hilfe kybernetischer, bzw. systemtheoretischer Perspektiven verstehen, unabhängig davon, dass Latour die Systemtheorie Luhmanns explizit mit den Worten „(…) there are no systems and no sub-system (…)“ kritisiert (ebd. S. 7).
Ein zunächst ungeklärtes Ziel, bzw. eine Funktion, wird vom menschlichen Kollektiv anvisiert und die kollektiven Handlungen entsprechend des Feedbacks der Umwelt reguliert. Unter Systemumwelt ist in diesem Fall „Gaia“ als Bezeichnung für das Lebenserhaltungssystem unseres Planeten zu verstehen.

Latour sieht zwei mögliche Zukunftsszenarien für dieses kybernetische System, ausgehend von einem unveränderlichen Ziel. Die erste Möglichkeit besteht darin, dass die kollektive Menschheit ihr Ziel erreicht, was die Vernichtung von Gaia und damit letztlich der Zivilisation zur Folge hat, die ohne Lebenserhaltungssystem nicht existieren kann. Die zweite Möglichkeit besteht darin, dass es Gaia doch noch gelingt, negatives Feedback hervorzubringen, um das Ziel der kollektiven Menschheit zu verhindern. Dadurch bliebe zwar Gaia erhalten, die Zivilisation wird jedoch auch in diesem Szenario, aufgrund ihrer mangelnden Fähigkeit das Ziel ihrer Bestrebungen zu verändern, ausgelöscht (vgl. ebd, S. 1).
Die Funktion des kybernetischen Systems, dem unsere kollektive Menschheit angehört, gleichsam das Ziel welches diese anvisiert und welches die Zerstörung des Lebenserhaltungssystems unseres Planeten zur Folge hat, wird mit dem Begriff „Emanzipation“ umschrieben (vgl. ebd. S. 3). Der Begriff der „Emanzipation“ geht einher mit dem Begriff „Moderne“, der als Bezeichnung für dieses spezifische kybernetische System interpretiert werden kann (vgl. ebd. S. 3). Als binärer Code für dieses Funktionssystem stellt Latour die Unterscheidung „society“/“nature“ zur Verfügung (vgl. ebd. S. 6).

Mit den Begriffen „Moderne“ und „Emanzipation“ versucht Latour eine Fehleinschätzung der Menschen über sich selbst zum Ausdruck zu bringen, die auf der falschen Annahme beruht, sich immer weiter frei und unabhängig von der eigenen Systemumwelt machen zu können (vgl. ebd. S. 3). Stattdessen stellt sich die Moderne als Lernprozess dar, der die vielfältigen Abhängigkeiten zur Umwelt erst explizit gemacht hat.
Latour behandelt die Frage nach dem Ende der Zivilisation oder nach menschlich verursachten Naturkatastrophen nicht konkreter (vgl. ebd, S. 2). Es offenbart sich vielmehr als Prämisse Latours, dass die Entwicklung der Menschheit, mit der wohl vor allem Wachstum und in Konsequenz die Zerstörung der Natur gemeint ist, bereits kurzfristig nicht aufrecht erhalten werden kann (vgl. ebd, S. 2). Stattdessen wird ein alternatives Gesellschaftssystem angedeutet, dessen Funktion im Explizieren von Abhängigkeiten statt in einer Emanzipation von der Umwelt liegt und das nicht länger nur aus Menschen, sondern „Earthlings“ besteht, wodurch bereits eine Verbundenheit zur Umwelt, statt einer Unterscheidung von dieser zum Ausdruck gebracht wird (vgl. ebd. S. 3).
Soziologisch relevant wird dies vor dem Hintergrund, dass in Anbetracht des Scheiterns bisheriger kollektiver menschlicher Aktivitäten und vor dem Hintergrund sich anbahnender drastischer Veränderung von Lebensumständen der Gegenstand der Soziologie neu in Erfahrung gebracht werden muss, bzw. nach Latour die Frage nach dem Sozialen auch in den Sozialwissenschaften neu beantwortet werden muss (vgl. ebd. S. 2).
Bezug nehmend auf den Philosophen Peter Sloterdijk (vgl. Sloterdijk 2004) stellt Latour dar, dass die Bedingungen der Lebenserhaltung in dem Ausmaß explizit und damit Gegenstand von Auseinandersetzungen werden, in dem sie problematisch werden. Damit ist auch gemeint, dass etwa die Frage nach sozialer Ordnung nicht mehr innerhalb gegebener Umstände beantwortet werden kann, sondern zunächst die Umstände als nicht länger starr gegeben erfasst werden können, also hinterfragt werden müssen. Daraus lässt sich eine Kritik an den auf Émile Durkheim zurückgehenden Grundlagen der Soziologie auffassen, zu denen es gehört, Soziales aus sich selbst heraus erklären zu wollen. Latour bezieht sich dabei auf eine Auseinandersetzung zwischen Émile Durkheim mit Garbriel Tarde, der Durkheim regelmäßig vorwarf, Ursachen und Wirkungen zu verwechseln, also statt einer Erklärung für das Soziale, das Soziale selbst als Ursache für Erklärungen anderer Sachverhalte anzusehen (vgl. Latour 2007, S. 4).
Die Moderne und die Emanzipation des Menschen sind nach Latour das historische apriori für die Entstehung der Frage nach dem Sozialen (vgl. ebd. S. 3). In der jetzigen Zeit, in der dieses historische apriori der Vergangenheit als solches wahrnehmbar wird, kann, so Latour, die Antwort auf die Frage nach dem Sozialen nicht mehr auf die gleiche Art beantwortet werden (vgl. ebd. S. 3).

Der Vorschlag Latours, um die Sozialwissenschaften mit der Möglichkeit auszustatten fehlgeleitete Perspektiven zu überwinden, lautet, vom Studium des Sozialen zum Studium von Assoziationen überzugehen (vgl. ebd. S. 4). Hintergrund dieses Appels ist die Einschätzung, dass bereits das Wort „Sozial“ eine ausgrenzende Unterscheidung zum nicht-sozialen markiert. Was unter dem nicht-sozialen zu verstehen ist, bleibt zwar vage, jedoch subsumiert Latour eine Vielzahl an Themen darunter, die regelmäßig zur Soziologie in Opposition gebracht werden. Etwa die Natur, das Materielle, die Biologie, die Psychologie und vieles mehr, das von der Fokussierung des Sozialen unterscheidbar ist (vgl. ebd. S. 4).

Das Studium von Assoziationen soll neben der Anpassung der Sozialwissenschaften an zeitgemäße Erfordernisse auch dazu befähigen, die einengenden Grenzen funktional differenzierter Wissenschaftsdisziplinen zu überwinden, die das Studium der nach Latour offensichtlich disziplinüberschreitenden Verbindungen der Probleme unserer Gesellschaft erschweren oder gar verhindern (vgl. ebd. S. 4). Als weitere Prämisse in der Argumentation Latours wird demnach deutlich, dass die Probleme der jetzigen Gesellschaft unter der Bedingung funktional differenzierter Wissenschaftsdisziplinen nicht zu lösen sind.

Bereits in einer Formulierung Latours aus dem Jahr 1988 findet sich seine fundamentale Epiphanie, die mit zu dieser Einschätzung, Soziales nicht aus sich selbst heraus erklären zu können, beigetragen haben dürfte: „Nothing can be reduced to anything else, nothing can be deduced from anything else, everything must be allied to everything else“ (Latour 1993, S. 163). In diesem Zitat wird deutlich, dass neben der Ausgrenzung nicht-sozialer Bereiche bzw. der Thematisierung disziplinüberschreitender gesellschaftlicher Probleme, ein fundamental-epistemologischer Einwand gegen die Erklärung des Sozialen mit Sozialem spricht. So lässt sich aus dieser Behauptung Latours ein epistemologischer Einwand gegen viele soziologische Ansätze und empirische Herangehensweisen ableiten, etwa wenn ein Museumsbesuch als Indikator für eine bestimmte soziale Stellung gewertet wird, oder funktionale Differenzierung als wesentliches Merkmal der Gesellschaft herausgestellt wird, mit der selbst Alltagshandeln von einzelnen Individuen zu erklären versucht wird.

Derartige Theorien werden damit zu Gunsten einer flachen Soziologie kritisiert, die Verbindungen nachgeht, diese explizit macht und das Aufzeigen der vielfältigen Verbindungen sowie deren Qualität als relevante Erkenntnisse markiert. Oder in den Worten Latours: „(…) society, or rather the collective, is the consequence of all the different types of association –and not its cause“ (Latour 2007, S. 7).

Die kritische Perspektive Latours macht auch nicht vor dem eigenen Ansatz halt. So wird an der Actor-Network-Theory, die Theorie und empirische Methode der Soziologie kollektiver Verbindungen, die weder Theorie noch Methode sein will, kritisiert, sich vorwiegend dadurch auszuzeichnen darauf hinzuweisen, dass jede Form der Verbindung einzigartig ist, ohne angeben zu können, inwiefern diese einzigartig sei (vgl. ebd. S. 7).

Dennoch hält Latour daran fest, dass es einen Gegenstand für die Sozialwissenschaften gibt, der nicht neben den Gegenständen anderer Disziplinen steht, sondern das darstellt, welches unterscheidbares verbindet (vgl. ebd. S. 4).

Dieser Gegenstand muss, so Latour abschließend, durch eine stärkere und radikalere Form des Empirismus erforscht werden, die der erfahrbaren Wirklichkeit nichts hinzufügt, dieser insbesondere jedoch auch nichts abzieht, wobei Latour in Rückgriff auf William James (vgl. James 1996) explizit auch sprachliche Verbindungswörter, Konjunktionen und Präpositionen meint (vgl. Latour 2007, S. 8).

  1. Abschließende Bemerkungen

Offensichtlich genügt die intensive Auseinandersetzung mit einem Vortrag eines Soziologen wie Bruno Latours noch nicht, der seit über 30 Jahren Werke publiziert, um den epistemologischen Grundlagen und den vielfältigen Konsequenzen seiner Erkenntnisse detailliert nachzugehen. Auch lässt sich so kaum ein Urteil über die teils drastisch anmutende Kritik Latours an der Soziologie der letzten hundert Jahre fällen, egal wie nachvollziehbar diese erscheint.

Auffallend ist jedoch, wie sehr die Ideen Bruno Latours einem Wunsch nach verhältnismäßig radikaler Erneuerung in den Sozialwissenschaften entgegenkommen zu scheinen, wodurch das Ausmaß der Verbreitung der Actor-Network-Theory erklärbar wäre. So dürften wohl insbesondere moderne Kommunikationsmedien eine Irritation unter Sozialwissenschaftler verursachen, die den expliziten Einbezug nichtmenschlicher Akteure, im Sprachgebrauch der Actor-Network-Theory als Aktanten bezeichnet, in sozialwissenschaftliche Perspektiven wünschenswert erscheinen lässt.

Konnte früher in empirischen Arbeiten das Zusammenleben von Menschen in Fahrstühlen, auf Rolltreppen oder zu Hause beim Abendessen noch relativ ungestört, innerhalb einer bestimmten Umwelt beobachtet werden, so scheint dies unter der Bedingung technisch beeinflusster Kommunikation zunehmend erschwert. Es bleibt abzuwarten, ob die Actor-Network-Theory in der Lage sein wird, befriedigende Erklärungen über den Menschen bzw. Erdlinge hervorzubringen, oder ob sich ihre Leistung auf die Kritik an bestehendem reduziert.

 

Literatur

James, William (1996): Essays in Radical Empiricism. Neuauflage. London
Latour, Bruno (1993): The Pasteurization of France. Neuauflage. London
Latour, Bruno (2007): A Plea for Earthly Sciences. http://www.bruno-latour.fr/sites/default/files/102-BSA-GB_0.pdf (zuletzt aufgerufen am 14. September 2014)
Sloterdijk, Peter (2004): Sphären III. Schäume. 1. Auflage. Frankfurt

Ordnung statt Wahrheit

Wahrheit sei nicht sehr problematisch. Ordnung schon.

Eben bin ich bei der Lektüre eines Interviews mit Michel Foucault auf diesen Textausschnitt gestoßen:

(…) I would like to put forward a few “propositions” —not firm assertions but simply suggestions to be further tested and evaluated.
“Truth” is to be understood as a system of ordered procedures for the production, regulation, distribution, circulation, and operation of statements.
“Truth” is linked in a circular relation with systems of power that produce and sustain it, and to effects of power which it induces and which extend it—a “regime” of truth.
This regime is not merely ideological or superstructural; it was a condition of the formation and development of capitalism. And it’s this same regime which, subject to certain modifications, operates in the socialist countries (I leave open here the question of China, about which I know little). The essential political problem for the intellectural is not to criticize the ideological contents supposedly linked to science, or to ensure that his own scientific practice is accompanied by a correct ideology, but that of ascertaining the possibility of constituting a new politics of truth.
The problem is not changing people’s counciousnesses—or what’s in their heads—but the political, economic, institutional regime of the production of truth. It’s not a matter of emancipating truth from every system of power (which would be a chimera, for truth is already power) but of detaching the power of truth from the forms of hegemony, social, economic, and cultural, within which it operates at the present time. The political question, to sum up, is not error, illusion, alienated consciousness, or ideology; it is truth itself. Hence the importance of Nietzsche.

Truth and Power (1976) in: Chomsky Noam / Foucault Michel: The Chomsky-Foucault Debate On Human Nature.
Reprint 2006. New York

Noch unklar ist für mich nach wie vor, inwiefern Ordnung eine Alternative zu Wahrheit darstellen könnte, was sich genau hinter dem Begriff der Ordnung in diesem Zusammenhang eigentlich verbirgt und über welche Schritte diese Umstellung zu erreichen ist.
Da Ordnung problematisch sein soll, sind diese Unklarheiten erwartbar. Es geht wohl auch um das (klassische) Problem sozialer Ordnung. Da Wahrheit jedoch insgesamt in der Organisation Wissenschaft der wesentliche Bezugspunkt ist, erhoffe ich mir noch etwas mehr von der weiteren Beschäftigung mit diesem Themenkomplex.

Welches Problem löst Twitter?

In vielen Organisationen ist es zur Gewinnmaximierung der Unternehmung, ausgelöst durch zunehmende Rationalisierung, üblich geworden, ad hoc Kommunikation zwischen Unbekannten stattfinden zu lassen.

Call Center, Onlineshops, ausdruckbares Porto, etc. lösen das Problem, dass physische Dienstleistungseinrichtungen in der Nähe des Kunden, durchgeführt von vorzeigbaren Angestellten kostenintensiv sind. Für Nachfragende ergibt sich der Vorteil der Zeitsouveränität und einer besseren Vergleichsmöglichkeit der Preise.

Nach nunmehr jahrelanger intensiver Nutzung dieser, auf Unpersönlichkeit basierenden Kommunikationsstruktur, sind wir so konditioniert, diese Form der Kommunikation als Normalität zu begreifen.

Lediglich für die nicht spezifisch funktionale Kommunikation zwischen Unbekannten stand keine entsprechende, niedrigschwellige, Infrastruktur zur Verfügung.

Dieses Problem löst Twitter.

Habermas Theorie des Kommunikativen Handelns Sitzung I (S. 14-24)

Protokoll der Arbeitsgruppe.

  • Die drei Bausteine aller kohärenter gegenwärtiger philosophischer Theorie:
    • formale Bedingungen der Rationalität des Erkennens (Vernunft)
    • sprachliche Verständigung
    • Handeln
  • Nachmetaphysische und posthegelsche Zeit, in der das rein auf formale Bedingungen liegende Interesse durch empirische Herangehensweise ergänzt wurde
  • Nachmetaphysisch bedeutet: Eintritt ins positive Stadium. Letztbegründungsanspruch in der jetzigen Philosophie immer wieder gescheitert=> Jetzt muss die Soziologie ran, weil sie begrifflich an Rationalität anknüpfen kann. Siehe Weber.
  • Soziologie ist der Überrest von politischer Ökonomie und Politikwissenschaft, welche beide nicht mehr die Gesellschaft betrachten
  • Soziologie muss Gesellschafttheorie sein, weil sie als einzige Rationalität erklären kann oder zumindest danach fragt.

TKH II (26.10.13) Vorläufige Begriffsbestimmung von Rationalität (S. 25-44)

  • kommunikative Rationalität: Aussagen müssen notfalls begründbar und kritisierbar sein. Ein Subjekt ist rational, wenn es rational Kommunizieren oder Handeln kann. Begründung muss transsubjektiven Geltungsansprüchen genügen.
  • komm. Rationalität vs. kognitiv-instrumentelle Rationalität

= “Phänomenologie vs. Ontologie”

  • Kommunikation basiert auf Hintergrundwissen der jeweiligen Lebenswelt. Lebenswelt wird als “objektive Welt” wahrgenommen. Bei Dissens wird eher die Fähigkeit zur “korrekten Wahrnehmung” angezweifelt.
  • rational können nicht nur Aussagen zur Wahrheit und Wirksamkeit von Handlungen sein, sondern auch Äußerungen über Richtigkeit von Normen, sowie Wahrhaftigkeit von Gefühlen, Angemessenheit von Wertstandards (evaluative Äußerungen). (siehe Tabelle. S. 45)

TKH III (14.11.) Argumentationstheorie Exkurs

– Argumentative Rede kann in drei Formen auftreten:

1. als Prozess: „verständigungsorientiertes Handeln“ im klaren Rahmen, denn nur mit Hilfe des „besseren Argumentes“. (Was geht da ab? / „Rhetorik“)

2. als Prozedur: formale Form von Argumentation:

a) problematisch gewordener Geltungsanspruch,

b) der nur mit Gründen geprüft und frei von Handlungs- und Erfahrungsdruck

c) zwischen Proponent und Opponent ausgehandelt wird

(Wie geht das ab? „Dialektik“)

3. als Produkt: Betrachtung der Argumente, die genutzt werde, um Geltungsansprüche zu belegen. (Welche Qualität hat ein Argument? Wie Stichhaltig ist es? / „Logik“)

Kritik vs. Diskurs. Diskurs ist universell, Kritik funktioniert vor bestimmten lebensweltlichen Hintergründen. Bsp.: Kunst wird nur in einem bestimmten kulturellem Rahmen gleich verstanden und für gut befinden.

Studieren ohne Abitur – Tagung an der Universität Hamburg

Am 12. und 13. September fand an der Universität Hamburg, am Fachbereich Sozialökonomie, die Tagung: “Studieren ohne Abitur” statt. Das Tagungsprogramm ist hier zu finden. Während der Tagung habe ich einige Punkte, die ich interessant und berichtenswert fand, als Tweets veröffentlicht. Nachfolgend ein Überblick über meine Kurznachrichten zu dieser Tagung, sowie einige erläuternde Kommentare um den Zusammenhang deutlich werden zu lassen.

Grundprobleme soziologischer Theoriebildung

In Vorbereitung auf mein empirisches Praktikum im nächsten Semester, welches den Versuch meiner ersten, ernsthafteren, empirischen Arbeit darstellen wird, stelle ich fest, dass ich in meinem Studium zwar mit soziologischen Grundlagen konfrontiert worden bin, die jetzt in meiner eigenen Arbeit zum Zuge kommen können. Leider stelle ich aber auch fest, dass mir für den sicheren Umgang mit Konzepten wie dem Habitus nach Bourdieu, der Formulierung von Forschungsthesen, oder der Wahl der empirischen Herangehensweise auf epistemologisch einwandfreien Grundlagen, an verschiedenen Stellen Details fehlen.

Das ist normal und auch nicht weiter verwunderlich. Das empirische Praktikum, bzw. das zugehörige Seminar beginnt ohnehin erst Mitte Oktober, es bleibt also noch Zeit einige Grundlagen zu vertiefen und zu recherchieren.

Eine Möglichkeit dazu bietet mir hoffentlich die Videoaufzeichnung der Vorlesung “Soziologische Theorie”. Diese Veranstaltung wurde im Sommersemester 2010 an der Universität Tübingen von Prof. Dr. Christoph Deutschmann gehalten und ist auf den Seiten der Universität frei abrufbar.

In der Vorlesung soll der geschichtliche Werdegang der soziologischen Theorien nachgezeichnet werden, was sich aus dem Umstand ergibt, dass Theorien immer geschichtsgebunden sind.

Der inhaltliche Teil beginnt mit der Erklärung, dass von der Soziologie immer erwartet wird, die gesellschaftliche Wirklichkeit zu erklären, um damit zu helfen, die verwirrende Komplexität der alltäglichen sozialen Erfahrung zu erhellen.

Eine gute Theorie ist die Voraussetzung dafür, dies leisten zu können, weil sie eine bessere Grundlage bietet, als der gesunde Menschenverstand oder abstrakte philosophische oder theologische Spekulation.
Bereits die Gründerväter der Soziologie Henri de Saint-Simon und Auguste Comte meinten, dass Theorien gesichertes, positives Wissen liefern sollen, welches uns, nach der Devise sehen um vorauszusehen, in die Lage versetzt, die gesellschaftliche Entwicklung in vernünftiger Weise zu steuern. Prof. Deutschmann meint, dass sich bei Sichtung der heutigen Theorienlandschaft in der Soziologie ein verwirrendes Bild bietet. Keine Theorie wird von einer Mehrheit der Fachvertreter als verbindlich akzeptiert, stattdessen gibt es einen Pluralismus an soziologischen Theorien.

Ein Vorteil in diesem Pluralismus liegt unter anderem darin, eine Fähigkeit zur Differenzierung und Wahrnehmung der sozialen Wirklichkeit aus unterschiedlichen Blickwinkeln entwickeln zu dürfen.

Das deduktiv-nomologische Modell

Das deduktiv-nomologische Modell geht auf einen Artikel von Paul Oppenheim und Carl Gustav Hempel zurück, welcher 1948 unter dem Titel “Studies in the Logic of Explanation” veröffentlicht wurde.
Nach diesem Modell basieren Theorien auf Erklärungen, wobei alle Erklärungen in drei Bausteine aufgeteilt werden können:

1. Explanandum: Aussage über den zu erklärenden Sachverhalt (E)

2. Gesetztesaussage: Gekennzeichnet als Wenn-Dann Aussage (G)

3. Aussage über die Randbedingungen (R)

Zur Veranschaulichung zieht Prof. Deutschmann als zu erklärenden Sachverhalt das hohe Ergebnis der FDP bei der letzten Bundestagswahl heran (E). Die Gesetzesaussage könnte lauten, dass Selbstständige und Freiberufler FDP wählen (G). Zu den Randbedingungen gehört, dass  Herr Mayer Freiberufler ist (R).

Die Erklärung, die sich daraus ableitet, ist, dass Herr Mayer FDP gewählt hat, weil er Freiberufler ist.

Aus der Randbedingung kann also über die Gesetztesaussage auf das Vorliegen des Explanandum geschlossen werden. Dazu gehören allerdings weitere Anforderungen, zu denen gehört, dass Erklärungen empirisch gehaltvoll sein müssen. Das bedeutet, dass sowohl (E), als auch (R) Sachverhalte bezeichnen müssen, die einen Unterschied ausmachen können und die wahr oder falsch sein können. Daraus ergibt sich, dass auch (G) wahr oder falsch sein kann.
Daraus ergibt sich auch, dass Erklärungen von Definitionen, also Begriffsbestimmungen, abgegrenzt werden müssen. Es lohnt sich nicht zu untersuchen, ob ein Schimmel weiß ist, wenn ein Schimmel als weiß definiert ist. Auch Typologien (als zusammenhängende Sätze von Definitionen) oder Klassifikationen erklären nichts. Sie können nicht verifiziert oder falsifiziert werden. Ihre Verwendung ist nach Prof. Deutschmann eine Frage der Zweckmäßigkeit in Bezug auf das Untersuchungsziel. Eine weitere Voraussetzung für das Funktionieren des deduktiv-nomologischen Modell ist die Notwendigkeit der empirischen Überprüfbarkeit. Das Vorliegen des Explanandum und der Randbedingungen müssen Beobachterunabhängig feststellbar sein.

Schwierigkeiten beim deduktiv-nomologischen Modell

Es stellt sich die Frage, was unter einer Gesetzesaussage zu verstehen ist. Die Aussage aus dem Beispiel, dass Selbstständige und Freiberufler die FDP wählen, ist deterministisch natürlich falsch. Es stellt höchstens eine wahrscheinliche Aussage dar, die aber nicht zutreffend sein muss. Da gesellschaftliche Phänomene historisch sind, sind diese an einen geschichtlichen Kontext gebunden, der sich verändern kann. Von Raum und Zeit unabhängige Phänomene zu formulieren ist daher scheinbar unmöglich.

Der Zusammenhang zwischen Freiberuflern und FDP-Wählern ist ferner zunächst nur eine Beschreibung eines empirischen Zusammenhanges. Theorien müssen aber mehr leisten können. Das deduktiv-nomologische Modell muss dazu auf sich selbst angewandt werden, also spezielle Erklärungen auf allgemeinere Erklärungen zurückgeführt werden. Theorien bilden Systeme von Erklärungen, die angeben, unter welchen Bedingungen welche Erklärungen zutreffen.

Für den vorliegenden Fall, dass Freiberufler FDP wählen, wäre eine Tiefenerklärung etwa, dass bestimmte sozialökonomische Interessen, die mit dem Beruf einer Person zu tun haben, im Zusammenhang mit der Wahl einer politischen Partei stehen.

Der Unterschied zwischen Theorien und Modellen

Prof. Deutschmann betont, dass der Unterschied von Theorien und Modellen beachtet werden muss, was seiner Wahrnehmung nach im universitären Alltag häufig nicht geschieht. Das spezifische beim Modell sei, dass die empirische Falsifizierbarkeit nicht gegeben ist. Zur Verdeutlichung wird die Betriebswirtschaftslehre genannt, in der häufig Modelle zur Erklärung der Realität herangezogen werden. Diese Modelle sind jedoch nur unter Laborannahmen richtig, es wird bei ihnen jedoch nicht der Anspruch empirischer Wirklichkeit erhoben. Modelle, als idealisierte und konstruierte, Darstellungen von funktionalen Zusammenhängen zwischen definierten Variablen, liefern keine Aussagen über die Wirklichkeit, sondern eine analytische Explikation der Annahmen eines Forschers über die Wirklichkeit, unter der Voraussetzung dass die Wirklichkeit die Eigenschaften teilt, wie sie das Modell vorsieht.

Karl Popper hat dazu einige scharfsinnige Erklärungen abgegeben, zu denen unter anderem auch gehört, dass streng nomologische Aussagen nicht verifiziert, sondern nur falsifiziert werden können.

Dazu dann mehr in einem der nächsten Blogbeiträge.

Soziologische Perspektive auf die vernetzte Öffentlichkeit

Wie ich das bereits in einem anderen Beitrag kurz angerissen habe, möchte ich mich im Rahmen meines empirischen Praktikums mit Bloggen, als einer sozialen Handlung, auseinandersetzen.

Genauer möchte ich in einer handlungstheoretischen Perspektive, explorativ, mit Hilfe von qualitativen Interviews, versuchen darzustellen, inwiefern einerseits ein eigenes Blog, andererseits Facebook, nach Meinung der Allgemeinheit, zu nutzen sind.

Vereinfacht gesagt, möchte ich Menschen danach befragen, wie man ihrer Meinung nach Facebook nutzen kann, und andererseits, wie man ihrer Meinung nach Blogs nutzen kann.

Ich erwarte mir davon, sichtbar machen zu können, dass Facebook als ein Medium wahrgenommen wird, dass sich für alles mögliche eignet, während Blogs eher für spezifischere Dinge genutzt werden.

Dieser Hypothese liegt die Annahme zugrunde, dass Blogs etwas wiederspiegeln können, was in der Bourdieu-orientierten Habitusforschung beispielsweise Fotos zugeschrieben wird.

Bourdieu selbst etwa hat sich den “sozialen Gebrauchsweisen der Photographie” gewidmet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass “die der Photographie zugeschriebene Bedeutung und Funktion unmittelbar an die Struktur der Gruppe, an deren mehr oder weniger ausgeprägte Differenzierung und insbesondere an deren Stellung in der gesamtgesellschaftlichen Struktur gebunden sind” (Bourdieu, S. 20).

Ich versuche also entsprechend nachzuweisen, dass Blogs sowohl inhaltlich, als auch alleine in ihrer Existenz, Auskunft über die soziale Stellung ihrer Betreibenden geben. Insbesondere insofern, als dass Bloggen, weitläufig schon an sich von einem eher gehobeneren Publikum betrieben wird, während andere Onlinemedien, wie Facebook auch vom “Pöbel” genutzt werden.

Die Relevanz einer solchen Fragestellung möchte ich kurz anhand eines Beispiels darstellen, auf das ich in den Mitschnitten der Vorlesung “Vernetzte Öffentlichkeit” von Jan-Hinrik Schmidt gestoßen bin. Das verlinkte Video ist ein Ausschnitt aus der ersten Sitzung der Vorlesungsreihe und zielt genau auf die Stelle, die ich meine: Hier ansehen (ca. 5 Minuten).

Tessas Facebook-Party und die mediale Reaktion auf die Ereignisse ist ein sehr schönes Beispiel, für etwas, man wissenssoziologisch mit “Vom Diskurs zum Dispositiv” umschreiben könnte. Es ist dafür nahezu perfekt geeignet, weil der Diskurs einen relativ klaren Anfang hat und sich eines der Dispositive im Video klar benennen lässt.

Vom Diskurs zum Dispositiv in Lichtgeschwindigkeit. Foto: Colors! von Andrew Hart, Lizenz: CC 2.0: BY, SA

Vom Diskurs zum Dispositiv in Lichtgeschwindigkeit.
Foto: Colors! von Andrew Hart, Lizenz: CC 2.0: BY, SA

Tessa hat hier eine bestimmte soziale Handlung vollzogen, nämlich auf Facebook eine Veranstaltung erstellt, zu der sich jede Person einladen kann. Diese Handlung hat bestimmte Auswirkungen, wie beispielsweise, dass viele Menschen sich auf Facebook als Teilnehmende eintragen und eine große Anzahl Menschen am festgelegten Tag und Ort erscheint.

Der Diskurs über Facebookpartys und insbesondere darüber, welche Einstellungen man bei Facebookpartys vornehmen muss, damit sich nicht jede Person selbst einladen kann, ist damit entbrannt.

Hier entsteht etwas, was etwa Berger und Luckmann als Institutionalisierung bezeichnet haben.

Institutionalisierung findet statt, sobald habitualisierte Handlungen durch Typen von Handelnden reziprok typisiert werden. Jede Typisierung, die auf diese Weise vorgenommen wird, ist eine Institution. (Berger, Luckmann, S. 58)

Innerhalb des Diskurses wird das Bild geformt, dass man die Einstellungen bei Facebookpartys restriktiv wählen sollte. Wie man die Einstellungen für eine Facebookparty zu wählen hat, wird zu einer Institution.

Es geht sogar so weit, dass Sanktionen gegen Personen vorgenommen werden (Dispositive), die weiterhin die Einstellungen für Partys so wählen, wie das vor Tessas Party sicher häufiger gemacht wurde. Im verlinkten Video wäre das etwa die MoPo-Überschrift, die Akteure als Trottel beschimpft, die gegen die Institutionalisierte Facebook-Handhabung verstoßen.

Das also, als schönes Beispiel aus der Praxis, um zu veranschaulichen, dass es sehr zentral ist, wie wir soziale Medien nutzen und wofür wir sie nutzen, weil dies Auswirkungen hat, die bestimmen, wie unsere Welt aussieht.

Literatur:
Bourdieu, Pierre (1981): Einleitung. In: Bourdieu, Pierre/Boltanski, Luc/Castel, Robert/Chamboredon, Jean-Claude/Lagneau, Gérard/Schnapper, Dominique (1981): Eine illegitime Kunst: Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie. Frankfurt a.M.: Europäische Verlagsanstalt, S. 11-21.
Berger, Peter L./Luckmann Thomas (1980): Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit (2012) Frankfurt a.M.

Soziologische Phänomenologie

Die Phänomenologie findet sich in vielen soziologischen Arbeiten als Beschreibung für die empirische Herangehensweise der Autor_Innen.

Darunter verstehe ich in der Regel, dass in der jeweiligen Arbeit Material empirisch untersucht wird und im untersuchten Material Dinge vorgefunden werden, die in einem positiven oder negativen Erklärungszusammenhang mit der Forschungsthese stehen. Wenn die Möglichkeit der Falsifikation nicht gegeben ist, weil man es nicht mit einer einfachen These, sondern mit der Suche nach Wirkungszusammenhängen zu tun hat, sollte der phänomenologische Ansatz die Möglichkeit bieten, im Material “Dinge” zu finden, die den Wirkungszusammenhang näher spezifizieren oder ihn vielleicht auch unwahrscheinlich erscheinen lassen. Das wäre schließlich auch ein Erkenntnisgewinn.

Ein Forschungsprozess mit phänomenologischer Herangehensweise liefe also exemplarisch in etwa so ab: Eine Forschungsthese wird aufgestellt, empirisches Material wird gesammelt oder erhoben und im empirischen Material werden Dinge gefunden, die die die aufgestellte These falsifizieren können.

Da ich mir nicht sicher bin, inwiefern diese relativ einfache Beschreibung ausreichend den Kern einer phänomenologischen Herangehensweise in soziologischen Arbeiten beschreibt, möchte ich meine Kenntnisse in diesem Bereich mit etwas Fachliteratur anreichern.

Phänomenologie bezeichnet einen Zusammenhang von wissenschaftlichen Disziplinen, sowie eine philosophische Methode und Denkhaltung bezeichnet.
Phänomenologie ist eine Wissenschaft vom Phänomen. Mit Phänomen sind dabei in der Phänomenologie nicht Gegenstände gemeint, wie sie scheinen, sondern so, wie sie für uns sind.

Husserl versteht Phänomene also, als die Art und Weise wie uns ein Gegenstand gegeben ist.
Die Phänomenologie, insbesondere als Methode, steht in engem Zusammenhang mit epistemologischen Fragen, also mit Fragen danach, was denn überhaupt herausgefunden werden kann. Phänomenologie begreift sich als einen Zugang, der aus der subjektiven Perspektive den Zugang zur Welt und die Fundamente der Wissenschaften untersucht. Dabei ist wichtig, wie wir etwas erkennen.

Auch Immanuel Kant hat bereits etwa die Frage nach den intellektuellen Voraussetzungen zu Forschen aufgeworfen, Husserl geht jedoch davon aus, dass hier keine erkenntnistheoretischen Grundlagen angehäuft werden können, sondern der Zugang zum Forschungsgegenstand jeweils zu den Sachen selbst erfolgen müsse.

Nach Husserl muss dazu alles subjektive vermieden werden, alle Annahmen müssen reduziert werden und der Forschende muss sich zudem von allen Traditionen, und von allem, was dem Gegenstand zugeschrieben wird freimachen.

Damit wäre der Grundstock zum Verständnis der Phänomenologie zwar bereits gelegt, jedoch bleibt noch die Frage nach der spezifisch soziologischen Phänomenologie. Um diese besser verorten zu können habe ich in einen Blick in das Handbuch Soziologische Theorien geworfen, in dem sich ein Beitrag von Hubert Knoblauch über die Soziologische Phänomenologie findet. Hier eine teilweise Zusammenfassung des Beitrages:

Die phänomenologisch orientierte Soziologie ist eine Verbindung der durch Husserl geprägten philosophischen Phänomenologie mit der Soziologie, die insbesondere durch Alfred Schütz im Bereich der Wissenssoziologie vollzogen wurde (vgl. Knoblauch, S. 299). Die Fruchtbarmachung der Phänomenologie für die Wissenssoziologie beeinflusste weitreichend auch andere Bereiche der Soziologie, bis hin zur interpretativen Wende und ist daher mitursächlich für die Etablierung der qualitativen Sozialforschung (vgl. ebd, S. 299).
Die vorsoziologische, philosophische, Phänomenologie nach Husserl zeichnet sich durch eine streng geregelte Herangehensweise an einen als wirklich geltenden Gegenstand aus, die beinhaltet, die eigene Beobachterperspektive zu reflektieren, um den Konstruktionsvorgang der jeder Beobachtung beiwohnt zu minimieren (vgl. ebd, S. 300). Husserl prägte im Zusammenhang mit der Beschreibung von Bewusstseinsleistungen, die etwa exemplarisch für das Verstehen von Wörtern, ohne diese auszusprechen, erlernt worden sein müssen, den Begriff der Lebenswelt (vgl. ebd, S. 301). Da die subjektiven Bewusstseinsleistungen in der philosophischen Phänomenologie auch in einem Zusammenhang mit den subjektiven Bewusstseinsleistungen anderer stehen und von diesen beeinflussbar scheinen, entwickelte Husserl zur Ursachenerklärung ein Modell der transzendentalen Intersubjektivität, welches im späteren Verlauf für die Soziologie und eine eigenständige phänomenologische Soziologie, zugunsten des symbolischen Interaktionismus nach Mead aufgegeben wurde (vgl. ebd, S. 303, f.). Auch die Definition der Soziologie von Max Weber, nach der Soziologie eine Wissenschaft sein soll, die soziales Handeln deutend verstehen will, wobei Handlung ein menschliches Verhalten, mit dem ein subjektiver Sinn verbunden wird, ist, lieferte einen Anknüpfungspunkt zur Phänomenologie, da sich diese mit der Welt als einem Sinnphänomen beschäftigt, und in der phänomenologischen Reduktion eine Methode bietet, das Zustandekommen subjektiven Sinns zu erklären (vgl. ebd, S. 304).

Im weiteren werden im Beitrag von Hubert Knoblauch noch der Einfluss und die Rezeption der Phänomenologie auf die Wissenssoziologie, die Etnomethodologie und den durch Berger und Luckmann geprägten Sozialkonstruktivismus dargestellt. Im Kern geht es bei der phänomenologischen Soziologie darum, dei Methoden der transzendentalen Phänomenologie zu der Reduktion und edetische Variation (Variation der Eigenschaften eines Gegenstandes um das Wesensnotwendige herauszufinden) gehört, als empirische Sozialforschung anzuwenden (vgl. ebd, S. 317).
Entscheidend ist ferner, die phänomenologische Soziologie oder Sozialphänomenologie von phänomenologisch orientierter Soziologie abzugrenzen. Hubert Knoblauch stellt etwa dar, dass die gegenwärtige angelsächsische phänomenologische Soziologie auf schmalen Kenntnissen der Phänomenologie aufbaut (vgl. ebd, S. 317).

Mein persönliches Fazit ist, dass ich damit bislang leider nur an der Oberfläche gekratzt habe und eigentlich für ein tieferes Verständnis eine komplette Vorlesungsreihe zu diesem Thema besuchen müsste. Für das erste genügt es mir allerdings, zukünftig ein etwas besseres, wenn auch noch unvollständiges, Verständnis davon zu haben, was gemeint sein könnte, wenn in soziologischen Veröffentlichungen von einem phänomenologisch orientierten Zustand gesprochen wird.

Literatur: Knoblauch, Hubert (2009): Phänomenologische Soziologie. In: Handbuch Soziologische Theorien, 1. Auflage, Wiesbaden, S. 299 – 322

Konversationsanalyse nach Harvey Sacks, Emanuel Schegloff und Gail Jefferson

An dieser Stelle hatte ich ursprünglich ein Youtube-Video verlinkt. Die Aufzeichnungen der Veranstaltung “Handlungstheorie” von Professor Dr. Ludwig Schneider sind allerdings noch über das Medienportal der Universität Osnabrück aufrufbar. Über das Suchformular, sollte sich die Veranstaltung finden lassen, die zu diesem Blogbeitrag gehört.

Bei der Konversationsanalyse steht im Mittelpunkt, die routinierte Herstellung von Intersubjektivität innerhalb der Kommunikation, insbesondere durch sequentielle Abläufe, zu erklären.
Es wird dabei versucht zu beobachten, wie interpretative Beziehungen zwischen Äußerungen hergestellt werden. Eine Voraussetzung dafür ist, da wir reine Gedanken nicht lesen können, sich mit Kommunikationsmechanismen zu beschäftigen.
Bestimmte Äußerungsformen, die in paarweiser Verknüpfung miteinander auftreten, wie Frage und Antwort, oder Kritik und Rechtfertigung, liefern dabei aufgrund ihrer Struktur besondere Einblicke bezüglich der Frage, wie intersubjektives Verständnis erzeugt wird.

Bei der Analyse paarweiser verknüpfter Äußerungsformen ist dies einzig aus den sprachlichen Äußerungen heraus schwierig, wenn eindeutige Verknüpfungswörter oder verknüpfende Aussagen fehlen.

Ein Beispiel von Konversationsanalytikern zur Verdeutlichung der Interpretationsressourcen verknüpfter Äußerungen:

A: Was ist mit dem Braten geschehen?
B: Der Hund sieht sehr glücklich aus.

In dieser Situation muss mit der Beschreibung des Aussehens des Hundes noch keine Verknüpfung mit dem Verbleib des Bratens bestehen. Sprachlich ist hier keine Verknüpfung der beiden Aussagen vorhanden, lediglich die zeitliche Abfolge der Äußerungen legt den Schluss nahe, dass der Hund möglicherweise mit dem Verschwinden des Bratens in Zusammenhang steht.

Die Regel für die Verknüpfung von Äußerungen, die zur Konversationsanalyse gehört, liefert hier also eine Interpretationsressource. Da Aussagen nicht für sich genommen, sondern in einem Verhältnis zu anderen Äußerungen stehen, liefert die Verknüpfung von Äußerungen eine Ressource, um Äußerungen zu interpretieren.

Auch Schweigen, als schuldigbleiben einer Antwort, wird zugerechnet, was mit folgendem Beispiel verdeutlicht wird:

A: Gibt es etwas, das dich beunruhigt?
B: (schweigen)
A: Ja, oder Nein?
B: (schweigen)
A: hm?
B: Nein.

A geht hier offensichtlich davon aus, dass die Frage verstanden wurde, was sich daran zeigt, dass die Frage nicht wiederholt wurde. Mit dem “hm?” wird eine Erinnerung zur Beantwortung der Frage zum Ausdruck gebracht.

In der Konversationsanalyse findet sich also eine Überführung der vergangenheitsbezogenen biographischen Elemente, oder zukunftsgerichteter Handlungspläne, wie sie Alfred Schütz für die Interpretation subjektiven Handlungssinns eingeführt hat, in Form von kommunikativen Anschlussmöglichkeiten in Relation zu einer Äußerung.

Die Anschlussmöglichkeiten von kommunikativen Äußerungen sind nicht mehr nur auf der Ebene des subjektiven Sinnes eines Individuums verankert, wie dies beim Handlungsbegriff noch der Fall war, sondern als öffentliche Ereignisse, potenziell sehr viel weitreichender. Bei gravierenden Ereignissen, wie beispielsweise dem 11. September, als terroristisch enkodierte Mitteilung und damit als kommunikatives Ereignis, kann Anschlusskommunikation auch global relevant werden.
Wobei die Einbeziehung von Massenkommunikation selbst noch kein ausgeprägter Bestandteil der Kerntätigkeit konversationsanalytischer Betrachtung selbst ist, sondern sich beispielsweise in der Systemtheorie finden, und hier nur das Potenzial kommunikativer Äußerungen gegenüber dem subjektiven Sinn von Einzelhandlungen verdeutlichen soll.

Bei der Konversationsanalyse werden kommunikative Äußerungen im Kontext analysiert. Foto: "Give Me Something to Say" von Cynthia Chang; Lizenz: CC 2.0: BY, NC

Bei der Konversationsanalyse werden kommunikative Äußerungen im Kontext analysiert.
Foto: “Give Me Something to Say” von Cynthia Chang;
Lizenz: CC 2.0: BY, NC

Damit soll zunächst der Rahmen verdeutlicht sein, wie man von einer Perspektive auf den subjektiven Handlungssinn, wie dies bei Alfred Schütz der Fall war, zu einer Perspektive kommt, die sich auf die kommunikative Zuweisung von Sinn stützt.

Bei der Konversationsanalyse ist die elementare Einheit von Kommunikation eine Verknüpfung von zwei Mitteilungsereignissen. Daher ist bei der Konversationsanalyse die Sorte von Äußerungen von Interesse, die als Nachbarschaftspaare bezeichnet werden, etwa Frage und Antwort, Einladung und Ablehnung/Annahme.

Das Beispiel Einladung und Ablehnung/Annahme verdeutlicht bereits, dass Nachbarschaftspaare aus unterschiedlichen Kommunikationshandlungen bestehen können. Wobei das Fehlen einer Reaktion in diesem Beispiel wieder konfliktbehaftet sein könnte.

Äußerungen, die als Glied eines Nachbarschaftspaares aufgefasst werden können, werden also innerhalb der Kommunikation produktiv, weil sie die Erwartung auf eine Folgeäußerungen bestimmten Typs aufspannen. Die Kommunikation läuft störungsfrei, solange diese Erwartungen erfüllt werden. Abweichungen verlangen nach Interpretation. Damit werden Abweichungen sinnproduktiv. Es wird mit ihnen ein Horizont von möglichen Interpretationsmöglichkeiten eröffnet, eine eindeutige Interpretation scheint dagegen nicht möglich.

Aus konversationsanalytischer Perspektive sind Abweichungen besonders relevant.

A: Wieso kommst du so spät?
B: Ich hatte starke Zahnschmerzen und musste daher zum Zahnarzt.

Diese Konversation ist ein Beispiel für eine conditional relevance. Die Aussage von B wird vor dem Hintergrund der Aussage von A interpretiert und nicht etwa als eigenständige, losgelöste Äußerung. Sie wird unter dem Aspekt betrachtet, inwiefern oder inwiefern auch nicht, sie als Antwort auf die vorangegangene Frage in Betracht kommt.

A: Es geht ihr gut.
B: Nun, sie ist noch nicht zurück.

Auch hier ist es möglich sich zu Fragen, inwiefern die Äußerung von B auf die Aussage von A zu beziehen ist, ohne den äußeren Kontext der Äußerungen zu kennen.
Die Äußerung von B erhält eine Bedeutung, die nur vor dem Hintergrund des pragmatischen Kontextes (der unmittelbar vorangegangenen Aussage von A) zu erkennen ist.

Die Beispielsweise sind bewusst so gewählt, dass sie keine Elemente enthalten, die die zweite Äußerung durch eine interne Markierung mit der ersten Aussage in ein Verhältnis setzt. Dennoch lassen sie sich interpretativ mit der vorangegangenen Aussage verknüpfen und erhalten dadurch einen Interpretationsspielraum, der über die eigentliche Aussage hinaus geht.

A: Was ist mit dem Braten geschehen?
B: Der Hund sieht sehr glücklich aus.

Dieses Beispiel hatten wir schon, aber es verdeutlicht einen weiteren Aspekt, nämlich, dass Wissen über die Welt Voraussetzung dafür ist, intersubjektiv übereinstimmende Bedeutung beider Konversationsteilnehmer herzustellen.
Wenn Person A beispielsweise davon ausgehen würde, dass Hunde Vegetarier sind, könnte sie aus der Aussage des B nicht interpretieren, weshalb der Hund glücklich aussehen könnte.

Bereits Kommunikation unter Anwesenden kann sich ein Stück weit abwenden von den Mitteilungsabsichten, die die Akteure mit Ihren Äußerungen verbinden.
Es geschieht ständig, dass beispielsweise humorvolle Äußerungen nicht verstanden, oder falsch interpretiert werden.

A: Gibt es etwas, was dich beunruhigt?
(1 Sekunde Pause)
B: (keine Antwort)
A: Ja oder Nein?

Es stellt sich die Frage, welche Bedeutung Pausen haben können. In diesem Fall scheint sie als bedeutungsvolle Handlung durch Unterlassen interpretiert werden zu können. Es handelt sich hier um ein Tun durch Unterlassen.
Wie schon Max Weber feststellte, kann Handeln auch durch Unterlassen vollzogen werden. In diesem Beispiel wird durch die Frage “Ja oder Nein?” des A, ein Unterlassen durch Kommunikation zugewiesen. Wenn A beispielsweise die Frage wiederholt hätte, wäre die Interpretation gewesen, dass B die Frage nicht verstanden hat.

Im nächsten zusammenfassenden Blogbeitrag zur Vorlesung Handlungstheorie wird es um eine Überleitung zur handlungstheoretischen Perspektive auf die Systemtheorie gehen, welches gleichsam der letzte Themenblock aus dieser Veranstaltung ist.

Integrative sozialökonomische Wirtschaftsethik

Meine Wahrnehmung in diesem Bereich könnte falsch sein, aber gefühlt sind spätestens seit der Banken- und Finanzkrise, die 2007 als US-Immobilienkrise begann, stärkere Stimmen wahrzunehmen, die die Form des Wirtschaftens in modernen Gesellschaften hinterfragen. Eine Konsequenz davon ist die Konjunktur von Lehrstühlen für Wirtschafts- und Unternehmensethik an betriebswirtschaftlichen Fakultäten.

In diesem Sommersemester hatte ich die Gelegenheit eine Lehrveranstaltung zu Wirtschafts- und Unternehmensethik bei Prof. Dr. Dirk Ulrich Gilbert zu besuchen. Bestandteil waren darin unter anderem die Behandlung der integrativen Wirtschaftsethik nach Prof. Dr. Peter Ulrich, die ich kurz skizzieren und vom Ansatz der ökonomischen Institutionenethik von Prof. Dr. Dr. Karl Homann abgrenzen möchte.

Ulrich geht davon aus, dass ein bestimmtes Wirtschaftsethos global als normative Orientierung fungiert, welches Ideologieträchtig sei, weil es nicht reflektiert wird (Ulrich S.61). Damit ist gemeint, dass das marktwirtschaftliche System als selbstverständlich hingenommen wird, obwohl die Etablierung und Beibehaltung eines solchen Systems willkürlichen Handlungen folgt, also auch alternative Systeme zulassen würde. Die Möglichkeit sichtbar zu machen, das bestehende marktwirtschaftliche System hinterfragen zu können, sieht Ulrich als Hauptaufgabe moderner Wirtschaftsethik an (ebd. S.61).

Die Konsequenz dieser Überlegung wäre es, eine neue sozialökonomische Rationalität auf Basis eines normativen, ethischen Unterbaus zu suchen und umzusetzen. Diesen Ansatz bezeichnet Ullrich als integrative Wirtschaftsethik und stellt sie anderen wirtschafts- und unternehmensethischen Ansätzen entgegen, bei denen Ethik entweder einer zu viel gewordenen Ökonomie entgegensetzt wird (korrektive Wirtschaftsethik), oder bei denen Ethik in Form von normativen Handlungslogik einem marktwirtschaftlichen System, welches selbst nicht als unethisch eingestuft wird, beigefügt wird (funktionalistische Wirtschaftsethik) (ebd., vgl. S. 62).

Der ökonomische Denkstil wähnt sich wertfrei... Foto "Armut in Lübeck" von Jean Pierre Hintze; Lizenz CC 2.0: BY, SA

Der ökonomische Denkstil wähnt sich wertfrei…
Foto “Armut in Lübeck” von Jean Pierre Hintze; Lizenz CC 2.0: BY, SA

Ein wirtschaftsethischer Ansatz, den Ulrich wohl als funktionalistisch einstufen würde, ist die ökonomische Institutionenethik von Prof. Dr. Dr. Karl Homann.

Die ökonomische Insitutionenethik zeichnet sich dadurch aus, dass Marktwirtschaft, bzw. Wettbewerb an sich als ethisch betrachtet wird, insofern, als dass moralisch bewertete Ziele als Nebenprodukt von Eigeninteressen erreicht werden können, sofern die Handlungsbedingungen  nicht zu Dilemmastrukturen bei den Akteuren führen (vgl. Homann, S. 29).

Die Marktwirtschaft soll sich also innerhalb von Spielregeln befinden, die verhindern, dass sich Akteure unmoralisch verhalten, weil ihnen dies kurzfristige Gewinne verspricht. Tatsächlich würden sich Akteure, entsprechend des Gefangenendilemmas, langfristig besser stellen, also mehr Rendite erwirtschaften, wenn durch die Ordnung der Wirtschaft sichergestellt wäre, dass sich Handelnde nicht durch unsolidarisches Verhalten unrechtmäßige Vorteile gegenüber Konkurrenten verschaffen könnten. Die Leitidee der Solidarität soll dabei das oberste Ziel der marktwirtschaftlichen Ordnung sein, was “sittlich geboten (sei), weil die Marktwirtschaft das beste bisher bekannte Instrument zur Verwirklichung der Solidarität aller Menschen ist.” (ebd. S. 56).

Soweit ein kurzer Einblick in zwei sehr unterschiedliche Ansätze von Wirtschafts- und Unternehmensethik. Mein persönlicher Favorit ist dabei die integrative Wirtschaftsethik von Ulrich, weil aus dieser Sichtweise nichts unhinterfragt bleibt und alles zur Diskussion gestellt wird. Tatsächlich macht diese aber nur einen Vorschlag, wie ein moralisch richtiges Wirtschaftssystem gefunden werden sollte (er verweist dabei für die praktische Suche eines moralischen Systems auf die Diskursethik von Jürgen Habermas).
Ob tatsächlich beim derzeitigen Stand der Menschheit ein gerechteres, bzw. ethisch und moralisch höherwertigeres, Wirtschaftssystem gefunden und erfolgreich etabliert werden kann bleibt dabei unbeantwortet. Insofern scheint der Ansatz von Homann doch wesentlich praktikabler, auch wenn ich Teile seiner Ansichten, beispielsweise dass der Niedergang des empirischen Sozialismus nach 1989 ein Beweis für die Überlegenheit marktwirtschaftlicher Systeme sei (vgl. ebd. S. 25), für fragwürdig halte.

Literatur:
Homann, Karl / Lütge, Christoph (2005): Einführung in die Wirtschaftsethik, 2. Auflage. Münster, S.24-88.
Ulrich, Peter (2008): Auf der Suche nach der ganzen ökonomischen Vernunft. In: Kersting, Wolfgang: Moral und Kapital. Grundfragen der Wirtschafts- und Unternehmensethik, Paderborn, S.61-75.